Katholischer Kindergarten St. Leonhard - Billenhausen

Pfarramt Neuburg/Ka.
Mühlstraße 1
86476 Neuburg
Tel.: 08283/322
Fax: 08283/998327

Öffnungszeiten
Di   9:00  - 11:30
Mi   9:00  - 11:30
Do 14:30  - 17:00
Fr   9:00  - 11:30
Herzlich Willkommen beim
Katholischen Kindergarten St. Leonhard in Billenhausen

Konzeption
des katholischen Kindergartens
"St. Leonhard"

Kindergarten St. Leonhard in Billenhausen

Pfarrer-Egger-Weg 2
86381 Billenhausen
Tel. 08282 / 6034075
E-Mail: kiga.billenhausen@bistum-augsburg.de
Leitung der Einrichtung: Mathilde Schlosser

1. Vorwort

Liebe Eltern und interessierte Bürger,

mit dieser Konzeption stellen wir Ihnen unseren Kindergarten vor. Sie erhalten einen Einblick in die Struktur unserer Einrichtung und in unsere Erziehungsarbeit zur Bildung und Betreuung der uns anvertrauten Kinder.                                                                                                              
Die Konzeption ist die Festlegung der Erziehungsziele und -inhalte als Rahmen für eine praktische, pädagogische Bildung von Kindern. Sie zeigt Methoden und Ziele, die hinter der pädagogischen Vorgehensweise stehen. Diese Konzeption unterliegt dem Prozess der Weiterentwicklung und dem Wandel unserer Gesellschaft.

2. Struktur und Rahmenbedingungen unseres Handelns

2.1. Chronik

1986 wurde der Elterninitiativ-Kindergarten Kik.e.V. gegründet. Er mietete die Räumlichkeiten von der Stadt Krumbach an.
1998 übernahm die Katholische Kirchenstiftung St. Leonhard die Trägerschaft und aus dem KiK e.V.  wurde der katholische Kindergarten „St. Leonhard“.
2017 wurde der Kindergarten generalsaniert und um eine Gruppe erweitert. Seit Herbst 2018 stehen nun 50 Kindergartenplätze zur Verfügung.

2.2. Trägerschaft

Verwaltung: Bischöfliches Ordinariat, Diözese Augsburg

Betriebsträgerschaft: Katholische Kirchenstiftung St. Leonhard, Billenhausen Kirchenverwaltungsvorsitzender
H. Pfarrer Michael Kinzl
Mühlstr. 1
86476 Neuburg
Tel.:  08283/322
E-Mail: neuburg-kammel@bistum-augsburg.de

Bauträgerschaft: Stadt Krumbach
Nattenhauser Str. 5
86381 Krumbach
Tel. 08282/9020

unsere Einrichtung Kindergarten St. Leonhard
Pfarrer Egger-Weg 2
86381 Billenhausen
Tel. 08282/6034075
E-Mail-Adresse: kiga.billenhausen@bistum-augsburg.de

Finanzierung: Die Betriebskosten der Einrichtung werden vom Freistaat Bayern, der Stadt Krumbach und der Katholischen Kirchenstiftung St. Leonhard aufgebracht.

2.3. Lage und Einzugsgebiet

Billenhausen ist ein Stadtteil von Krumbach mit 500 Einwohnern. Das Dorf liegt 3 km nördlich von Krumbach, im Kammeltal. Ein intaktes Vereinsgeschehen mit ca.11 Vereinen und Clubs zeugt vom Gemeinschaftsgeist der Dorfgemeinschaft.
Die Kernstadt Krumbach mit seinen fünf Stadtteilen wird als das "Herz Mittelschwabens" bezeichnet. Krumbach ist Sitz zahlreicher Behörden und Schulen. Weitere Schwerpunkte sind Gesundheit (Heilbad) und Industrie. Zahlreiche Vereine beleben die Freizeit. Unser Kindergarten liegt im Stadtteil Billenhausen und hat ländlichen Charakter. In das Gebäude des Kindergartens ist das Dorfgemeinschaftshaus mit einem Teil seiner Vereine integriert.
Die Kinder, die unsere Einrichtung besuchen, sind aus Billenhausen/Hirschfelden, Attenhausen und aus dem Stadtgebiet Krumbach mit seinen weiteren Stadtteilen.

2.4. Lebensbedingungen von Familien, die unsere Einrichtung besuchen

Die Bevölkerungsstruktur und die Lebensbedingungen im Stadtteil Billenhausen zeigen ländlichen Charakter. Die Prägung des Dorfes durch landwirtschaftliche Betriebe ist stark zurückgegangen, es gibt noch drei große landwirtschaftliche Familienbetriebe und wenige Nebenerwerbslandwirte. Die Eltern unserer Kindergartenkinder arbeiten in Krumbach und dessen weiterer Umgebung. Seit der Eröffnung einer zweiten Kindergartengruppe (2018) besuchen Migranten- und Asylkinder, die meist aus der Kernstadt Krumbach kommen, unsere Einrichtung.

2.4.1. Rahmenbedingungen, die sich aus dem sozialen Umfeld ergeben

Die Kinder kommen aus verschiedenen Familienformen, wie aus klassischen Kernfamilien oder aus Familien mit einem alleinerziehenden Elternteil. Es gibt Asylkinder, die in Asylunterkünften mit beengten Wohnverhältnissen leben. Um den Arbeitszeiten der Eltern allgemein gerecht zu werden bieten wir tägliche Öffnungszeiten von 7.30 Uhr bis 16.00 Uhr an (siehe 5.6. Öffnungszeiten, Schließtage).

2.4.2. Pädagogische Angebote aufgrund verschiedener Lebenshintergründe

Im Vordergrund der Belange der Migranten- und Asylkinder stehen in erster Linie der Erwerb der deutschen Sprache und die Integration der Kinder in den Kindergarten, in unsere Kultur und die Vorbereitung auf unser Schulsystem. Kinder mit Migrationshintergrund, die keine oder geringe Deutschkenntnisse haben, deren beide Elternteile nichtdeutscher Herkunft sind, sollten im vorletzten Jahr vor der Einschulung, am Vorkurs "Deutsch" in der Grundschule teilnehmen. Der Kurs unterstützt und ergänzt die altersintegrierte Sprachbildung (siehe 8.2. Unsere pädagogischen Schwerpunkte). Manche Kinder haben sehr negative Fluchterfahrungen und bedürfen besonderer Zuwendung, bzw. psychologischer Betreuung. Wir vermitteln Fachdienste und arbeiten mit ihnen eng zusammen (Ärzte, Koordinierender Kinderschutz; Amt für Kinder, Jugend und Familien; Erziehungsberatung, Frühförderung, usw.).

2.5. Aufnahmekriterien

Wir betreuen 50 Kinder ab dem 3. Lebensjahr bis zur Einschulung. Nur Kinder aus dem Stadtteil Billenhausen werden bei Bedarf ab dem 2,5. Lebensjahr betreut. Die beiden Stammgruppen sind alters- und geschlechtergemischt. Die Eltern sind verpflichtet unsere Konzeption und Kindertageseinrichtungsordnung anzuerkennen.

2.6. Öffnungszeiten, Schließtage

Der Kindergarten ist geöffnet von Montag bis Freitag von 7.30 Uhr bis 16.00 Uhr. Der Kindergarten ist an 30 Tagen im Kindergartenjahr geschlossen. Die Schließtage werden im Herbst des neuen Kindergartenjahres bekannt gegeben.

2.7. Buchungszeiten, Kindergartenbeiträge, Kernzeit

Die Eltern buchen die Stundenanzahl, die sie im Monat zur Betreuung ihrer Kinder benötigen. Mit den gebuchten Stunden werden die persönlichen Bring- und Abholzeiten des Kindes festgelegt. Daraus ergibt sich der Kindergartenbeitrag (siehe Kindergartenordnung).

Aus den gebuchten Betreuungsstunden und den persönlichen Bedingungen des Kindes (Alter, Herkunftsland, erhöhter Förderbedarf), wird der Anstellungsschlüssel des Erziehungspersonales errechnet. Der Anstellungsschlüssel wird durch das bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) festgelegt und liegt zwischen 1:10 bis 1:11.

Für Kinder unter 3 Jahren ist bei der Unterbringung in einer Kindergartengruppe eine erhöhte Kindergartengebühr zu entrichten. Wenn das Kind das 3. Lebensjahr vollendet hat, ist ab dem Folgemonat der reguläre Kindergartenbeitrag zu bezahlen.

Folgende Gebühren für den Kindergarten St. Leonhard sind gültig ab 01. September 2018. Sie richten sich nach den Buchungszeiten.

Buchungszeiten, Kindergartenbeiträge:

Stunden pro Tag Kinder ab 3 Jahren, monatlich Kinder ab 2,5 Jahren
     
3-4     98,00 €
4-5 72,00 € 106,00 €
5-6 78,00 € 114,00 €
6-7 84,00 € 122,00 €
7-8 90,00 € 130,00 €

Die Buchungszeiten 1-2 Stunden, sowie 2-3 Stunden werden nicht angeboten.
Die Buchungszeit 3-4 Stunden wird nur für Kinder unter 3 Jahren angeboten.
Die Kernzeit ist von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr.
Unter "Kernzeit" verstehen wir ungestörte Bildungsarbeit.

Die Buchungszeiten sind verbindlich.

Wenn aus der Familie gleichzeitig zwei Kinder den Kindergarten besuchen, reduziert sich der Kostenbeitrag des zweiten Kindes auf 50%, wenn gleichzeitig drei Kinder den Kindergarten besuchen wird ein Nachlass von 75 % auf die dritthöchste Gebühr gewährt. D.h., die höchste Gebühr ist immer zu zahlen.
Kinder die im jeweiligen Kalenderjahr drei Jahre werden, bekommen einen staatlichen Beitragszuschuss, dadurch verringert sich die Kindergartengebühr für die Eltern um bis zu 100,00 €.

Eltern von Kindern ab dem zweiten Lebensjahr können das Bayerische Krippengeld beantragen, wenn deren Kinder eine nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und betreuungsgesetz (BayKiBiG) geförderten Kindertageseinrichtung besuchen. Das Krippengeld ist einkommensabhängig. Es wird bis zum 31. August des Kalenderjahres gezahlt, in dem das Kind das dritte Lebensjahr vollendet. Die Auszahlung erfolgt auf Antrag durch das Zentrum Bayern Familie und Soziales direkt an die Antragsteller. Der Antrag samt Erläuterung steht zur Verfügung auf der Homepage ZBFS www.zbfs.bayern.de/familie/krippengeld

Ist ein Elternteil alleinerziehend, kann es bei geringem Einkommen den Kindergartenbeitrag vom Jugendamt erhalten. Weitere Informationen erhalten Sie bei der Kindergartenleitung. Die Kostenbeiträge werden durch die Betriebsträgerschaft der Katholischen Kirchenstiftung von Ihrem Konto automatisch abgebucht. Sie unterschreiben hierfür eine Einzugsermächtigung. Zusätzlich werden monatlich 5,--€ Spielgeld automatisch abgebucht. Zu Beginn des Kindergartenjahres sammeln wir 10,-€ für Getränke, wie Apfelsaftschorle, Wasser und Tee ein, die wir täglich anbieten. Ebenso wird damit ein gesundes Frühstück finanziert, das wir einmal im Monat zusammen mit den Kindern zubereiten und das die Kinder probieren können.

2.8. Personelle Besetzung

Mitarbeiterinnen des Kindergartens

Unser Kindergartenteam setzt sich zusammen aus Erzieherinnen, Heilerziehungspflegerin und Kinderpflegerinnen sowie einer Reinigungskraft.

Die Betreuungsstunden richten sich nach den gesamten Buchungszeiten aller Kinder, d.h. von der Summe der Buchungszeiten werden die Arbeitszeiten der Fachkräfte ermittelt. 50% entfallen auf Erzieherinnen und 50% entfallen auf die Kinderpflegerinnen und Heilerziehungspflegerin.

2.9. Mittagessen in der Einrichtung, Schlaf- und Ruhezeit

Nach dem Abschlusskreis in der Stammgruppe gehen alle Kinder, die zum Mittagessen angemeldet sind, um 12.10 Uhr  zusammen mit den pädagogischen Mitarbeitern zum Händewaschen, um anschließend im Bistro zusammen zu essen. Mittagessen ist von ca.12.15 Uhr bis 13.00 Uhr.
Die Kinder erhalten ein ausgewogenes, gesundes Mittagessen. Dazu gibt es als Getränk Wasser. 

Die Metzgerei Blösch, aus Niederraunau, liefert das Menü in Thermoboxen. Die Temperatur der Gerichte wird vom Erzieherpersonal gemessen und es wird täglich eine Essensprobe entnommen und eingefroren, um die Hygienebestimmungen des Gesundheitsamtes zu erfüllen.

Jedes Kind wird vor dem Befüllen des Tellers gefragt, was es von dem Menü essen möchte und wieviel es ausgeschöpft bekommen möchte. Wenn ein Kind eine Speise nicht essen will, muss es dies nicht tun. Kein Kind wird zum Essen gezwungen! 

Die Mittagskinder sollten aus pädagogischen Gründen kein eigenes Mittagessen mitbringen, außer es bestehen beim Kind Allergien gegen bestimmte Lebensmittel. Wir vom Erzieherpersonal essen mit den Kindern das gleiche Menü, um ihnen ein Vorbild zu sein.

Die Eltern müssen immer am Donnerstag die Änderungen bei der Essensbestellung für ihr Kind, für die darauffolgende Woche, bei der Gruppenleitung, melden.

Sollte Ihr Kind aus Krankheitsgründen, einen oder mehrere Tage nicht in den Kindergarten kommen, muss dies bis 9.00 Uhr bei der Gruppenleiterin gemeldet werden, damit wir das Essen für dieses Kind rechtzeitig beim Lieferanten abbestellen können. Bei nicht rechtzeitiger Abmeldung muss das Essen für diesen Tag bezahlt werden. Der Unkostenbeitrag pro Mahlzeit beträgt 2,95 €.  Der Betrag wird am Ende des Monats von der Gruppenleitung eingesammelt. 

Nach dem Mittagessen haben die Kinder die Möglichkeit im Turn- und Mehrzweckraum zu schlafen (nach Absprache mit den Eltern). Die Schlafzeit ist von ca. 13.00 Uhr bis ca. 14.30 Uhr. Wer nicht schläft, geht mit dem Erziehungspersonal in das Lesezimmer, um etwas zur Ruhe zu kommen. Die Kinder können beim Vorlesen eines Buches zuhören, eine CD oder Kassette über Kopfhörer hören oder sie können auf den verschiedenen Ruhemöbeln entspannen. Die Ruhezeit ist von ca. 13.00 Uhr – 13.45 Uhr. Nach dem Beenden der Schlaf- und Ruhezeit wird mit den Kindern besprochen, in welchem Bereich sie spielen wollen, bis sie von den Eltern abgeholt werden.

3. Orientierungen und  Prinzipien unseres Handelns

Der gemeinsame Blick auf das Kind, seine Entwicklung und sein Bildungsprozess stehen im Mittelpunkt. Danach richten wir die Prinzipien all unseres Handelns.

3.1. Unser Leitbild

Unserem Leitbild haben wir den Titel „Hand in Hand“ gegeben. Das bedeutet, dass unser Team Hand in Hand mit den Eltern den Weg der Kinder vom Kleinkind bis zum Grundschulkind begleitet.

3.2. Das Bild vom Kind

Wir sehen das Kind als einen kostbaren, positiven und kompetenten Menschen, der von Geburt an viele Fähigkeiten zu seiner Entwicklung in sich trägt, selbstbestimmt, selbsttätig und neugierig agiert, um seine Welt zu entdecken und zu begreifen. Sein Lerneifer, sein Wissensdurst und seine Lernfähigkeit sind enorm. Es ist aktiv an seinen Bildungsprozessen beteiligt.
Jedes Kind unterscheidet sich durch seine Persönlichkeit und Individualität von anderen Kindern, hat sein individuelles Temperament, seine Anlagen, seine Stärken, sein Entwicklungstempo und seine Bedingungen des Aufwachsens.  Der Kulturkreis, in den es hineingeboren ist, dessen Werte und Normen beeinflussen seine kindliche Entwicklung.

Das Kind soll sich in unserem Kindergarten wohlfühlen, dazu müssen folgende Grundbedürfnisse erfüllt sein: Das Kind soll spüren, dass es geliebt wird und dass es so angenommen wird, wie es ist. Es soll seine Gefühle äußern dürfen. Es soll sich beschützt, ernst genommen, sicher und geborgen fühlen. Es soll entwicklungsbedingte Erfahrungen machen dürfen, in einer stabilen, unterstützenden Gemeinschaft und kultureller Kontinuität. Wir geben dem Kind Struktur, Regeln und Grenzen zu seiner Orientierung.

3.3. Gesetzliche und curriculare Grundlagen - die Rechte des Kindes

“Das Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) ist die rechtliche Grundlage unserer pädagogischen Arbeit. Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan (BayBEP) sowie die Bayerischen Leitlinien für Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern bis zum Ende der Grundschulzeit (BayBL) ist für uns handlungsleitend.“

Jedes Kind hat das Recht auf bestmögliche Bildung von Anfang an. Oberstes Ziel ist es, seine Persönlichkeit, seine Begabungen und seine geistig-körperlichen Fähigkeiten voll zur Entfaltung zu bringen.

Das Kind hat ein Recht auf Selbst- und Mitbestimmung (siehe 5.5. Partizipation – Ko-Konstruktion).

Ebenso hat es das Recht auf die Erhaltung seiner Gesundheit (siehe 7.4. Schutzauftrag zum Kindeswohl §8a). Die Eltern haben die Meldepflicht von ansteckenden Krankheiten. Kranke Kinder dürfen den Kindergarten nicht besuchen.

Dem Kind wird ein Beschwerderecht eingeräumt.

Wir achten auf eine kindersichere Ausstattung im Innen- und Außenbereich. Wir lüften täglich die Räume in gebührendem Maße.

3.4. Unser Bildungsauftrag

Die Arbeit der Elementarpädagogik im Kindergarten ist geprägt von Bildung, Erziehung und Betreuung.
Die Bildung des Kindes beginnt ab der Geburt in der Familie und wird beim Eintritt in den Kindergarten weitergeführt.
Unser Bildungsauftrag besteht in einer ganzheitlichen Unterstützung der Handlungs-, Bildungs- und Lernfähigkeit von Kindern unter besonderer Berücksichtigung kultureller Werte und religiöser Erfahrungen.

3.5. Unsere Haltung – unsere Rolle – unsere Ausrichtung

Das Verständnis von Bildung als individueller, sozialer Prozess bedarf der Moderation und Unterstützung durch ein professionelles Team von Pädagogen. Entscheidend ist die Haltung und das Verständnis wie Kinder lernen.
Das Team vom Kindergarten ist bestrebt die Entwicklung des Kindes und seine Bildung bestmöglich zu unterstützen. Es hilft dem Kind, seine Lernprozesse eigenbestimmt zu entwickeln und lässt es vielfältige Erfahrungen machen. Die Mitarbeiter gestalten die Lernumgebung so, dass sich das Kind unterstützt, geborgen- und wohl fühlt.
Dem Kind wird Zeit und Hilfestellung gegeben, damit es seine individuellen Stärken entwickeln kann, wie positives Denken, Vertrauen, Selbstreflexion und soziale Kompetenz. Dies macht das Kind belastbar und flexibel, um mit Veränderungen oder Belastungen zu Recht zu kommen (Resilienz).

3.6. Unser pädagogischer Ansatz – das offene Konzept

Das Offene Konzept ist eine Bildungspraxis, die das Kind als Ko-Konstrukteur seiner Entwicklung in den Mittelpunkt des pädagogischen Handelns stellt (siehe 5.5. Partizipation – Ko-Konstruktion). Einen hohen Stellenwert hat hierbei die Beteiligung des Kindes. Das Ziel ist die Stärkung seiner Kompetenzen im Rahmen der Bildungs- und Erziehungsbereiche. Es findet ganzheitliches, spielerisches Lernen in Alltagssituationen und Projekten statt.
Bei diesem pädagogischen Ansatz hat jedes Kind seinen festen Platz in seiner Stammgruppe. Dort trifft sich die Gruppe täglich zum gemeinsamen Morgenkreis, zur Brotzeit und zum Abschlusskreis am Mittag.

In der geöffneten Freispielphase finden weitere pädagogische Angebote in den jeweiligen Funktionsräumen statt. Zu Beginn des Kindergartenjahres begleiten wir, bei Bedarf, die Kinder in die verschiedenen Funktionsräume, bis sie Sicherheit in dem neuen Raum gefunden haben. Jeder dieser Räume wird von einem oder mehreren Erziehungspersonen betreut. Die Kinder entscheiden selbst in welchen Funktionsräumen sie aktiv werden wollen, bzw. an welchen täglichen Angeboten oder gruppenübergreifenden Projekten sie teilhaben wollen. Die Kinder lernen vielfältige Bildungsangebote, bzw. Spiel- und Lernmöglichkeiten kennen. Sie kommen hier mit unterschiedlichen Kindern aller Altersgruppen und mit verschiedenen Erwachsenen in Kontakt. Dies fördert in hohem Maße die sozialen Kompetenzen, wie Empathie (Einfühlungsvermögen), Kommunikationsfähigkeit und Kooperationsfähigkeit.  Sie lernen Konfliktlösungstechniken zu entwickeln (siehe 6.3.2. Emotionalität, soziale Beziehungen und Konflikte). Wir fördern damit das Selbstbestimmungsrecht, Entscheidungsfähigkeit, Selbsttätigkeit und Selbständigkeit des Kindes und geben ihm die nötige Zeit. 

4. Übergänge des Kindes und dessen Begleitung

Das pädagogische Personal des Kindergartens gestaltet zusammen mit den Kooperationspartnern (siehe 7. Kooperation und Vernetzung – Bildungspartner unserer Einrichtung) den Übertritt in veränderte Lebensphasen.

4.1. Übergang von der Familie in den Kindergarten

Der Start in den Kindergarten ist für Kinder und ihre Eltern ein großer Schritt. Die Eingewöhnungszeit betrifft die Kinder, Eltern, das Team, die Kindergartengruppe und den Kindergartenalltag.
Die Kinder müssen die Trennung von ihren wichtigsten Bezugspersonen verkraften und eine neue Beziehung zu einer fremden Person aufbauen. Die Eltern müssen die Balance finden, zwischen Loslassen und Vertrauen schenken. Die Bezugsfachkraft muss sensibel und einfühlsam sein und sich mit der Familie abstimmen. Sie muss die Verhaltenssignale des Kindes erkennen und auf diese angemessen reagieren. Die Kleinen benötigen noch viel Körperkontakt und achtsamen Dialog. In dieser Phase muss sich das Kind an einen neuen Zeitrhythmus und an einen neuen Tagesablauf  gewöhnen,  muss  die neue Umgebung  kennenlernen und  sich darin versuchen zu  orientieren. Es muss neue Beziehungen aufbauen, zu den Kindern der Gruppe und den Fachkräften. Es ist konfrontiert mit seinen Wünschen und den Bedürfnissen der anderen, was manchmal zu Konflikten führt. Die 2,5 - 3Jährigen befinden sich in einem Prozess der Emotionsentwicklung, sie handeln und spielen daher anders, als ältere Kinder und benötigen behutsame Unterstützung bei der Bewältigung des Kindergartenalltages.

Bei der Eingewöhnung orientieren wir uns an dem „Berliner Modell“. Der Übergang in den Kindergarten ist in 4 Phasen gegliedert: 1. Phase: Übergangsphase/1. Kindergartentag, 2. Phase: 2-tägige Grundphase/Beziehung aufbauen, 3. Phase: erster Trennungsversuch, 4. Phase: Stabilisierung.

Die Eingewöhnung geschieht von Eltern begleitet, bezugspersonenorientiert und abschiedsbewusst, während einem Zeitraum von ca.1 – 2 Wochen, wobei es hier individuelle Unterschiede gibt und die Zeit verkürzt oder verlängert werden kann. In der Eingewöhnungsphase bleiben die Kinder während der Betreuungszeit in ihrer Stammgruppe, um den 2,5 - 3jährigen Kindern den Schutz und die Übersicht des Raumes zu gewährleisten. Die Eltern erhalten vor Eintritt ihres Kindes in den Kindergarten Infoblätter zum Thema „Eingewöhnung in 4 Phasen“.

Ist die Eingewöhnung abgeschlossen, haben die Kinder die Möglichkeit während der geöffneten Freispielphase, auch in anderen Räumen zu spielen. Die 2,5-Jährigen bleiben nach Beendigung der Eingewöhnung weiterhin im „geschützten, überschaubaren Raum“ ihrer Stammgruppe. Ab dem 3. Geburtstag wird individuell entschieden, ob das Kind während der geöffneten Freispielphase, die Stammgruppe verlassen kann.

Nach ca. 8 Wochen findet ein kurzes Gespräch mit den Eltern und der Bezugserzieherin über die abgeschlossene Eingewöhnung statt.

4.2. Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule

Im letzten Kindergartenjahr geben wir den Kindern spielerische Übungseinheiten zur mathematischen und schriftsprachlichen Bildung (siehe 6.3.5. Mathematik und 6.3.3. Sprache/Literacy). Wir erarbeiten mit den Kindern kleine Einheiten im lebenspraktischen Bereich (z.B. Binden lernen).
Wir stehen in Verbindung mit den Kooperationspartnern der Grundschule Krumbach.  Sie bieten den zukünftigen Schulkindern einmal im Jahr die Beteiligung an zwei Schulstunden an. In der Adventszeit werden die Kinder zu einer vorweihnachtlichen Veranstaltung in die Grundschule eingeladen.  Im Frühjahr besucht eine Lehrerin der GS die Kinder, um sie bei einer spielerischen Übungseinheit im mathematischen oder schriftsprachlichen Bereich zu beobachten und um sich anschließend mit ihnen  über den zukünftigen Schulbesuch zu unterhalten. 

Einmal im Jahr erfolgen mit einem Kooperationspartner der Polizei Krumbach die Verkehrserziehung und ein Training des Schulweges.

Den Eltern und Kindern wird der Nachmittagskurs „Konzentriert geht wie geschmiert“ mit Frau K. Scheler, Sonderpädagogin angeboten. Ebenso der Vormittagskurs „Voll stark“ mit H. Schmider, Heilpädagoge.
Es werden folgende Elternabende angeboten: „Komm mit in meine Welt“, und „Top fit für die Schule“, mit Frau K. Scheler, Sonderpädagogin.

Wir gestalten einmal im Jahr einen Familiengottesdienst, wobei die Vorschulkinder die Fürbitten vortragen und alle Kinder gemeinsam die Gottesdienslieder singen.

Wir gestalten mit jedem Kind seine individuelle Schultüte.

Bei einer allgemeinen Abschlussfeier zeigen die zukünftigen Grundschulkinder ein Theaterstück, wobei die Kinder bei der Auswahl des Stückes, bei der Gestaltung der Kulissen und beim Erlernen der verschiedenen Rollen mit einbezogen werden. An diesem Nachmittag werden die Schultüten überreicht und die Kinder feierlich verabschiedet.

5. Pädagogik der Vielfalt – Organisation und Moderation von Bildungsprozessen

5.1. Das Raumkonzept – die Räume des Hauses, als Medien der Bildung

Der Kindergarten hat zwei Stammgruppenräume zur Orientierung der Zugehörigkeit einer Kindergruppe und dessen Erzieher.
Der Gruppenraum gibt allen Kindern Geborgenheit und Sicherheit. Die Räume des Kindergartens sind sowohl Gruppenräume und Funktionsräume zugleich. Sie bieten vielfältige Aktivitätsmöglichkeiten, sie sind Spiel-, Lern- und Lebensraum.

Die Gestaltung der Räume sowie die Materialvielfalt haben für uns einen hohen Stellenwert für die Bildungsprozesse des Kindes. Wichtig ist uns hierbei auch die Beteiligung des Kindes.

Die Räumlichkeiten entsprechen den vielfältigsten Interessen und Bedürfnissen der Kinder. Sie regen Phantasie und Bewegung an, sie sind gestaltet für Entdecker, Forscher, Baumeister und Künstler. Die Räumlichkeiten regen die Wahrnehmung an, fördern Eigenaktivitäten, Experimentierfreude und Kommunikation.  Sie geben Anreize zum persönlichen, aktiven Handeln, sowie zum gemeinsamen Tun. Alle Sinne des Kindes werden angesprochen.

Die Kinder erwerben in den Funktionsräumen vielfältige Kompetenzen, machen eigenständige Erfahrungen und organisieren ihre Lernprozesse selbst. Die 3-6Jährigen haben Zutritt zu allen Räumlichkeiten des Hauses.

Die pädagogische Fachkraft ist begleitend dabei, unterstützt das selbständige Tun des einzelnen Kindes, bzw. der Kindergruppe und setzt bei Bedarf Impulse.

Die Regeln für die jeweiligen Aktionsräume werden zusammen mit den Kindern erarbeitet (Partizipation) und auf deren Einhaltung wird gemeinsam geachtet.

Die Wände der Räume werden zur Selbstdarstellung der kindereigenen Aktionen genutzt.

5.1.1. Tigergruppe mit Rollenspiel, Bauen/Konstruieren und Kleinspielecke

Raum der TigergruppeDies ist der Gruppenraum aller Tigerkinder, wo der tägliche Morgenkreis stattfindet und wo sich die Kinder am Mittag wieder zum Abschlusskreis zusammenfinden.

Für das Rollenspiel bieten wir eine vorbereitete Umgebung mit Spielburg und Puppenecke an.  Nach Absprache mit den Kindern werden verschiedene Kostüme, Requisiten und Spielmöbel, z.B. ein Kaufladen, bereitgestellt.

Im Rollenspiel machen die Kinder wichtige Erfahrungen. Durch das Nachspielen von Alltagssituationen und Handlungsabläufen formt sich das Verstehen der Erwachsenenwelt. Sie erlangen Verständnis für andere Personen und ihre Verhaltensweisen. Improvisation, Vorstellungsvermögen, Kreativität und Phantasie werden gefördert.

Die Entwicklung sozialer Fähigkeiten kann sich entfalten. Sie lernen Gefühle und Wünsche anderer wahrzunehmen und üben auf diese Weise Rücksicht und Einfühlungsvermögen. Die Kinder erkennen, dass Regeln notwendig sind. Ebenso kann es im Spiel eigene Gefühle zeigen, Ideen einbringen, Wünsche äußern und Kompromisse schließen (siehe 6.3.2. Emotionalität, soziale Beziehungen und Konflikte). Es tritt in den Dialog mit anderen Kindern. Ihre Sprachkompetenz wird gefördert.

Für Bauen/Konstruieren gibt es Bauteppiche mit vielfältigen Materialien. Das Bauen und Konstruieren bietet den großen und den kleinen Kindern einen großen Anreiz und ist ein grundlegender Bestandteil des kindlichen Spieles. Sie beschäftigen sich mit der Welt und ihren physikalischen Gesetzmäßigkeiten, wie Konstruktion, Bautechnik und Statik (siehe 6.3.5. Mathematik).

Sie verbinden das Bauen mit dem Phantasiespiel und treten in den Dialog mit anderen Kindern. Sie lernen miteinander zu kooperieren. Gefördert werden dabei soziale Kompetenz, Fein- und Grobmotorik, Konzentration, Kreativität und Phantasie.

Erzieherinnen sind als Bezugsperson, als Entwicklungs- und Lernbegleiterinnen tätig, um Lernprozesse, sowie Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung anzuregen. Erzieherinnen geben Impulse, damit die Kinder ihre Lernprozesse entwickeln können.

Die Kleinkinderspielecke ist überwiegend für Kinder ab 2,5 Jahren. Sie haben einen eigens für sie vorbereiteten Spielbereich. Die Kleinen haben ein anderes Spielverhalten und benötigen daher andere Materialen als die größeren Kinder.

5.1.2. Bärengruppe mit Forscherecke, mit Kreativbereich - Malen/Basteln und Kleinspielecke

Raum der Bärengruppe Dies ist die Stammgruppe aller Bärenkinder, wo der tägliche Morgenkreis   stattfindet und wo wir uns am Mittag wieder  zum gemeinsamen Abschlusskreis zusammenfinden.
Wir bieten zusätzlich allen Kindern eine vorbereitete Umgebung mit vielfältigen Materialien und Gestaltungsmöglichkeiten an.

Die Forscherecke ermöglicht Kindern, je nach Entwicklungsstand, Grundwissen zu erwerben, durch ganzheitliches Lernen in Bereichen aus der Mathematik, Technik, Sprache, Schrift, Forschen und Experimentieren. Das Kind erlebt Zusammenhänge. Dazu gibt es vielfältiges Material, das immer wieder ergänzt und durch neues Material ausgetauscht wird. Wir schaffen Voraussetzungen für kreative und lebendige Bildungsprozesse.

Beim Malen und Basteln werden die Kinder angeregt ihr kreatives, künstlerisches Potenzial zu entfalten. Durch vielseitige, materielle Anreize lernt das Kind spielerisch-kreativ mit seiner Phantasie umzugehen.

Der Weg führt bei Kindern vom spielerischen Umgang mit alltäglich auffindbaren Materialien, Papier und Farben, über das Experimentieren, zum schöpferischen Tun. Daraus entwickelt das Kind Kompetenzen, wie Vorstellungskraft, Ausdrucksfähigkeit, Kreativität und Phantasie. Der Kreativbereich Malen/Basteln ist für Kinder jeden Alters zugänglich (siehe 6.3.7 Musik – Ästhetik, Kunst und Kultur).

Die Kleinkinderspielecke ist überwiegend für Kinder ab 2,5 Jahren. Sie haben einen eigens für sie vorbereiteten Spielbereich. Die Kleinen haben ein anderes Spielverhalten und benötigen daher andere Materialen als die größeren Kinder.

Die pädagogischen Fachkräfte sind als Bezugspersonen, als Entwicklungs- und Lernbegleiterinnen tätig, um Lernprozesse, sowie Kompetenzentwicklung und Persönlichkeitsentwicklung anzuregen. Erzieherinnen geben Impulse, damit die Kinder ihre Lernprozesse entwickeln können. Der Arbeitsprozess des Kindes wird vom pädagogischen Fachpersonal beobachtet, dokumentiert (siehe Portfolio) und begleitet.

5.1.3. Mehrzweckraum – Turnraum/Schlafraum

Turnraum Utensilien im Turnraum

Im Turnraum erhält das Kind die Möglichkeit seinen natürlichen Bewegungsdrang auszuleben. Bewegung ist für die Gesundheit des Kindes unerlässlich.

Beim Turnen werden vielfältige Körpererfahrungen gemacht, körperliche Belastbarkeit und Geschicklichkeit ausgebildet, die Muskulatur des Bewegungsapparates wird gestärkt. Die Bewegung fördert das positive Körperbewusstsein, entwickelt die Wahrnehmung, sowie die kognitive- und die soziale Entwicklung. Die Kinder gewinnen die Einsicht, dass Regeln notwendig sind, ebenso Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme. Sie lernen Risiken realistisch einzuschätzen und gewinnen Selbstvertrauen.

Die yogaähnliche Gymnastik beinhaltet Rituale, Bewegung und Entspannung. Sie verbessert die Körperhaltung, führt zu körperlicher Fitness und zur besseren Durchblutung der inneren Organe. Yogaähnliche Gymnastik ist eine wichtige Komponente bei der Stressbewältigung und dadurch ein wichtiger Aspekt zur Erhaltung der Gesundheit des Kindes.  

Nach dem Mittagessen haben die Kinder die Möglichkeit im Mehrzweckraum zu schlafen oder zu ruhen. Jedes Kind erhält eine eigene Matratze, Leintuch, Kopfkissen und Zudecke. Der Raum wird leicht abgedunkelt. Die Schlaf- und Ruhezeit wird mit den Eltern abgesprochen. Ein Erzieher ist während der Einschlafphase anwesend. Schlafen alle Kinder, werden sie von einem Baby-Phone überwacht. Eine Kraft sieht regelmäßig nach. Wer nicht einschlafen kann, wechselt in das Lesezimmer und wird dort betreut.

5.1.4. Lesezimmer/ Entspannungsraum

Lesezimmer und EntspannungsraumHier haben die Kinder die Möglichkeit sich während dem Freispiel  mit Literatur vertraut zu machen. Das Kinderbücherregal enthält Geschichten- und Bilderbücher, eine Kinderbibel, Sach- und Tierbücher, sowie Märchen.

Den Kindern wird aus den Büchern vorgelesen oder sie können diese selbständig betrachten. Sie können sich hier auch zur Entspannung zurückziehen. Die Beschäftigung mit Büchern sind Kernelemente der „Literacy“ - Erziehung (siehe 6.3.3 Sprache/Literacy).

Es werden Kompetenzen erworben, die wesentlich zur Sprachentwicklung beitragen, das Kind erwirbt Freude am Sprechen und am Dialog. Es lernt aktiv zuzuhören, seine Gedanken und Gefühle sprachlich mitzuteilen. Konzentration und Phantasie werden gefördert. Das Kind entwickelt Textverständnis für spätere Lesefreude und -kompetenz. Es entsteht Interesse an Schreiben und Schrift.

Im Lesezimmer halten sich, nach dem Mittagsessen, die Kinder auf, die nicht schlafen. Die Kinder können sich entspannen, mit Büchern oder CDs (Hörspiele, Märchen, Liedern oder Musik über Kopfhörer). Sie werden dabei von pädagogischem Personal betreut.

5.1.5. Küche

KücheDie Küche ist der Bereich, wo unter Mitwirken der Kinder einmal im Monat gesunde, vollwertige Speisen zubereitet werden. Ebenso entstehen hier Gebäck und Speisen für Traditionen und Feste während des Jahres.

Großes Interesse und Freude haben die Kinder beim gemeinsamen Zubereiten, Kochen und Backen von Speisen mit frischen, gesunden Zutaten. Die Kinder haben die Möglichkeit, in der kindgerechten Küche auf kleine Podeste zu steigen und die Zubereitung zu beobachten, bzw. mitzuwirken.

In der Küche ergeben sich weitere Lernfelder: z.B.: Erlernen der Schneidetechnik, Kennenlernen und Handhabung verschiedener Küchengeräte und Küchenutensilien, Wahrnehmung der Gefahren beim Hantieren mit diesen, Unfallschutz im Bereich der Essenszubereitung.

 

5.1.6. Bistro

BistroIn der angenehmen Atmosphäre des Bistros sitzen die Kinder am gedeckten Tisch, um ihr Frühstück, bzw. ihr Mittagessen einzunehmen. Die Kinder erhalten die Möglichkeit ihre Tischgemeinschaft selbst zu wählen und in der Gemeinschaft der Stammgruppe und den Erziehern zusammen zu essen. Sie erlernen unsere abendländische Tisch- und Esskultur kennen. Es werden alle Mahlzeiten gemeinsam eingenommen, um den sozialen Aspekt des Gemeinschaftserlebnisses zu stärken. Gemeinsame Mahlzeiten sind ein kulturelles, soziales Erleben mit Familienstruktur. Dies ist ein wichtiger Lern- und Erfahrungsbereich. Das Essen bekommt dadurch einen höheren Stellenwert. Die Kinder essen in ihrem eigenen Tempo und nur so viel, wie sie wollen. Dadurch lernen sie ihr Sättigungsgefühl selbst richtig einzuschätzen und zu regulieren.

5.1.7. Bad mit Toiletten, Handwaschbecken und Wickeltisch

ToiletteWaschraum im ToilettenbereichWichtig für die Gesundheit des Kindes sind die Körperpflege und der Toilettengang. Die Kinder erwerben durch eigenes Tun zunehmend Kompetenzen beim Toilettengang, beim Händewaschen und beim Kleidungswechsel. Die Erfahrung der eigenen Körperlichkeit und der zunehmenden Eigenständigkeit fördern ein positives Selbstbild des Kindes. Wir Erzieher unterstützen die Kinder dabei Schritt für Schritt selbständig zu werden.

Die Kinder, die eine Windel tragen, werden individuell gewickelt. Eine respektvolle, achtsame und zugewandte Körperpflege der Kinder dient dem Aufbau und der Festigkeit der Bindung. Dafür nehmen wir uns die nötige Zeit. Wenn in der Familie die Sauberkeitserziehung des Kleinkindes begonnen hat, unterstützen wir dieses Bemühen.

Ein geschützter und ansprechend gestalteter Sanitärbereich mit Wickeltisch, Fächer für die Utensilien der Kinder, Kindertoiletten, Handwaschbecken mit Spiegel und eine Lerntoilette steht zur Verfügung, um diesen wichtigen, intimen, pflegerischen und pädagogischen Vorgang gerecht zu werden.

5.1.8. Warteraum für Eltern

Warteraum für die ElternDie Eltern haben die Möglichkeit den Aufenthaltsraum während der Eingewöhnungsphase ihres Kindes zu nutzen, um dort zu warten, bis Ihr Kind ihre Anwesenheit nicht mehr benötigt.

In diesem Zimmer können sich Eltern  nach der Bringzeit aufhalten, um dort  ungestört mit Therapeuten oder anderen Eltern ein Gespräch zu führen, während Ihr Kind am Gruppengeschehen teilnimmt. Ebenso vor und nach der Abholzeit, wenn das Kind sich noch im Mittagsabschlusskreis befindet.

Es befindet sich in diesem Raum eine kleine Elternbibliothek mit Fachbüchern und Zeitschriften. Diese können von Interessierten ausgeliehen werden. Hier befindet sich auch ein Briefkasten für Benachrichtigungen an den Elternbeirat. Eine Pinnwand informiert hier über Wissenswertes, was außerhalb vom Kindergarten stattfindet.

5.2. Der Außenbereich als Medium der Bildung

5.2.1. Hof und Garten

Spielplatz Hof mit Hausgarten


Der Hof des Kindergartens besteht aus einer kleinen, gepflasterten Fläche. Hier stehen den Kindern verschiedene Fahrzeuge zur Verfügung (keine Fahrräder). Kinder, die mit dem Fahrrad in den Kindergarten kommen, können diese im Hof abstellen. Die Kinder dürfen mit den Fahrrädern im Kindergarten nicht fahren, da die befahrbare Fläche sehr beengt ist und den Kleinkinderfahrzeugen vorbehalten ist.

Der Garten besteht aus Rasenflächen, gestaltet mit einem Hügel, Büschen und Bäumen. Der Rasen ist Spielfläche, mit Schaukeln, Wippe, Turnstangen und Gartenhäuschen. Im Garten ist eine große Sandfläche mit Spielburg, Kletterwand und Rutsche.

5.2.2. Hausgarten

Unser HausgartenZudem haben wir einen eigenen Hausgarten. Er wurde nach pädagogischen Gesichtspunkten geplant und gestaltet. Er  wurde gemeinsam mit den Kindern und unter Mithilfe von Eltern bepflanzt.

Wir beziehen die Kinder bei allen Gartenarbeiten mit ein. Durch das Bepflanzen des Hochbeetes kommen die Kinder in Kontakt mit dem Agrarökosystem.  Der Hausgarten lädt ein, gesundes, frisches Obst, Gemüse, Kräuter, Duft- und Heilpflanzen kennenzulernen. Gesunde Ernährung gewinnt an Bedeutung.

Die Kinder können zahlreiche Nützlinge im Lebensraum Garten entdecken. Sie können in der „Erdkiste“ graben, um die Tiere, die sich in der Erde befinden, zu beobachten. Sie erfahren deren wichtige Bedeutung für unsere Umwelt.  Eine Auswahl von verschiedenen Blumen und Sträuchern geben Möglichkeiten zur Beobachtung und   Wissenserweiterung der Kinder.

Der Hausgarten ist ein besonderer Ort, er lädt zum Tun, Forschen, Beobachten, Lernen, Lachen und Leben ein.

5.3. Tages- und Wochenstruktur


5.3.1. Tagesablauf der Bärengruppe

  7.30 Uhr  -  8.00 Uhr

ankommen der Kinder im Gruppenraum
freies Spielen im Gruppenraum
  8.00 Uhr

die Bärenkinder bleiben in ihrem Gruppenraum
  8.15 Uhr  -  8.45 Uhr

Morgenkreis, danach Freispiel im Gruppenraum
  9.15 Uhr  - 10.00 Uhr

Brotzeit im Bistro
10.00 Uhr  - 11.45 Uhr

Freispiel: der Gruppenraum wird geöffnet
11.30 Uhr  - 11.45 Uhr

aufräumen des Gruppenzimmers – die Bärenkinder gehen in ihren Raum
11.45 Uhr  - 12.00 Uhr Abschlusskreis im Gruppenzimmer - danach freies Spielen im Zimmer
12.00 Uhr  - 13.00 Uhr Betreuung der Kinder bis zur Abholung


5.3.2. Tagesablauf der Tigergruppe

  7.30 Uhr  -  8.00 Uhr

ankommen der Kinder im Gruppenraum der Bärenkinder,
um 8.00 Uhr gehen die Tigerkinder in ihren Gruppenraum
  8.00 Uhr

die Tigerkinder gehen in ihren Gruppenraum
  8.15 Uhr  -  8.45 Uhr

Morgenkreis, danach Freispiel im Gruppenraum
  9.15 Uhr  - 10.00 Uhr

Brotzeit im Bistro
10.00 Uhr  - 11.45 Uhr

Freispiel: der Gruppenraum wird geöffnet
11.30 Uhr  - 11.45 Uhr

aufräumen des Gruppenzimmers – die Tigerkinder gehen in ihren Raum
11.45 Uhr  - 12.00 Uhr Abschlusskreis im Gruppenzimmer - danach freies Spielen im Zimmer
12.00 Uhr -  13.00 Uhr Betreuung der Kinder bis zur Abholung


5.3.3. weiterer Tagesablauf der Mittagskinder

12.10 Uhr - 12.15 Uhr

die Mittagskinder gehen zur Toilette, Händewaschen
12.15 Uhr - 13.00 Uhr

Mittagessen im Bistro
13.00 Uhr - 13.45 Uhr  

Lesezimmer – Ruhen, Entspannen mit Büchern oder CDs oder individuell Schlafen der Kinder im Mehrzweckraum
13.00 Uhr - 16.00 Uhr

freies Spiel in Haus oder Garten bis zur Abholung

5.3.4. Gruppenwechsel

In der geöffneten Freispielphase finden weitere pädagogische Angebote in den jeweiligen Funktionsräumen statt. Da es Kinder gibt, die die Vertrautheit der Bezugsperson und den Kontakt zu den gruppeneigenen Kindern brauchen, wechseln wir einmal in der Woche den Gruppenraum mit der gesamten Gruppe und dem Personal. So haben diese Kinder auch die Möglichkeit den weiteren Funktionsraum mit seinen Spiel- und Lernmöglichkeiten kennen zu lernen.

5.3.5. Bewegungsangebote

Wir bieten den Kindern offene Bewegungsangebote im Freispiel. Die Kinder erwartet eine vorbereitete Umgebung im Turnraum, die zum Experimentieren mit verschiedenen Sportgeräten und Materialien anregt.
Einmal wöchentlich finden angeleitete Turn- oder yogaähnliche Gymnastikstunden für jede Gruppe statt. Die Gruppe wird dabei in drei Kleingruppen aufgeteilt, um sich intensiv dem einzelnen Kind widmen zu können.

5.3.6. Spielflur mit Werkbank

Die Werkbank wurde aus Lärmschutzgründen in den Spielflur ausgelagert. In der geöffneten Freispielphase haben die Kinder, ab 4 Jahren, die Möglichkeit an der Werkbank mit dem Material Holz zu arbeiten. Sie können dabei mit Säge, Hammer und Nägel hantieren, erste Erfahrungen mit dem Werkzeug machen und kreativ tätig sein. Dieses Angebot geschieht im wöchentlichen Wechsel der beiden Gruppen.

5.4. Partizipation – Ko-Konstruktion

Das Kind hat das Recht auf Partizipation, d.h. Mitsprache, Mitgestaltung und Mitentscheidung bei seiner Bildung. Sie gründet auf Partnerschaft und Dialog. Dieses Recht auf Partizipation wurde in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben. Planungen und Entscheidungen über Angelegenheiten, die das eigene Leben und das der Gemeinschaft betreffen, können die Kinder selbstbestimmt und mitbestimmt gestalten. Wir ermöglichen den Kindern Eigenverantwortung zu übernehmen und eigene Aktivitäten selbst zu gestalten, soweit sich dies mit seinem Wohl und dem der Gemeinschaft vereinbaren lässt.

Kinderbeteiligung ist der Schlüssel zum Demokratieverständnis. Wir bieten den Kindern Kinderkonferenzen an, wo sie erleben, dass ihnen zugehört wird. Sie erleben, dass ihre Meinung wichtig ist. Sie entwickeln Mut sich zu äußern und haben Freude sich mitzuteilen. Die Sprachkompetenz wird erweitert. Es finden demokratische Abstimmungen statt, z.B.: welches Faschingsthema wollen die Kinder. Es findet eine Themensammlung statt. Die verschiedenen Möglichkeiten werden dann mit den Kindern besprochen und symbolisch auf Papier gemalt. Die Kinder erhalten einen Glasnugget und werden aufgefordert, diesen auf das entsprechende Symbol zu legen und ihren Wunsch zu formulieren. Anschließend findet eine gemeinsame Auszählung statt, wobei das Mehrheitsprinzip entscheidet. Beim gemeinsamen Planen entstehen Konflikte, diese werden als Chance gesehen. Es werden gemeinsam Lösungen gesucht. Durch Mitsprache lernen Kinder Verantwortung zu übernehmen.

Ko-Konstruktion als pädagogischer Ansatz bedeutet, dass Lernen durch Zusammenarbeit stattfindet, d.h. pädagogische Fachkräfte und Kinder konstruieren gemeinsam. Das Kind lernt, indem es seine eigenen Ideen und sein Verständnis von der Welt zum Ausdruck bringt, sich mit anderen austauscht und Bedeutungen aushandelt.

5.5. Beobachtungen – Dokumentationen - Portfolio

Beobachtungen vermitteln Einblicke in das Verhalten und Erleben des Kindes.  Die Beobachtungen von Lern- und Entwicklungsprozessen bilden für uns pädagogischen Fachkräfte eine wesentliche Grundlage für gezieltes pädagogisches Handeln, für schriftliche Dokumentationen und für die Entwicklungsgespräche mit den Eltern.

Unsere strukturierten Beobachtungs- und Entwicklungsdokumentationen:

Seldak

Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachig aufwachsenden Kindern
Perik

Positive Entwicklung und Resilenz im Kindergartenalltag
Sismik Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen

Eine weitere Dokumentation, die unsere Bildungspraxis transparent macht, ist der „Kompetenzstern“ (nach Silke Radloff), Projektdokumentationen und Fotowände von Aktivitäten der Kinder.

Um die Lernerfolge des Kindes zu dokumentieren haben wir die Methode des Portfolio-Ordners gewählt. Er erzählt von den positiven Fähigkeiten des Kindes, bzw. was das Kind schon alles kann und was es im Kindergarten gelernt und erlebt hat und macht seine Bildungsprozesse sichtbar. Inhalte sind Produkte oder Ergebnisse kindlicher Aktivitäten, wie z. B. Zeichnungen, Schreibversuche, Klebearbeiten, Fotos von Aktivitäten, oder Erzählungen von Kindern. Dadurch werden die verschiedenen Kompetenzen des Kindes und deren Weiterentwicklung, besonders für das Kind selbst, für  die Eltern und  Erzieher, sichtbar.

Der Ordner ist für das Kind jederzeit verfügbar. Das Kind hat die Möglichkeit sich aus seinem Portfolio-Ordner von uns vorlesen zu lassen oder ihn selbständig anzuschauen. Es macht dem Kind Freude und gibt ihm Selbstvertrauen, wenn es von seinen positiven Erlebnissen, Erfahrungen und seinen  erworbenen Fähigkeiten hört und die Fotos, bzw. Bilder betrachtet. Der Ordner kann freitags mit nachhause genommen werden und muss montags wieder mitgebracht werden. Der Ordner fungiert als Brücke zwischen Kindergarten und Zuhause.

Einträge in den Portfolio-Ordner werden überwiegend durch unser Team getätigt, können aber auch  von den Eltern oder vom Kind selbst angefertigt werden. Da wir das Kind in seinem Selbstbewusstsein stärken wollen, stehen hier nur positive Erlebnisse. Wir bitten die  Eltern dies zu berücksichtigen, wenn sie einen Eintrag im Ordner machen. Es wird ein wahres „Schatzbuch“ vom Kind werden, über den Zeitraum vom ersten bis zum letzten Kindergartenjahr (siehe Elterninfoblatt – Portfolio-Ordner).

6. Kompetenzstärkung des Kindes im Rahmen der Bildungs – und Erziehungsbereiche

6.1. Angebotsvielfalt - vernetztes Lernen und Projektarbeit

Das Team vom Kindergarten ist bestrebt die Entwicklung des Kindes, seine Bildungs- und Lernprozesse und somit seine Kompetenzen bestmöglich zu unterstützen. Die Lernumgebung wird so gestaltet, dass sich das Kind geborgen und wohl fühlt, in einer wertschätzenden und kompetenzorientierten Umgebung.

Das pädagogische Personal begleitet das Kind bei seinen Lernprozessen und hilft ihm diese eigenbestimmt zu entwickeln, lässt es vielfältige Erfahrungen machen. Die pädagogische Fachkraft verhält sich beobachtend, abwartend und lässt Fehler zu beim Experimentieren und Forschen des Kindes. Sie setzt eventuell Impulse und geht mit den Kindern in den Dialog. Sie gibt dem Kind Zeit und Hilfestellung, ist offen und flexibel, damit es seine Stärken entwickeln kann.

Die Kompetenzentwicklung und der Wissenserwerb gehen Hand in Hand. Ihre Kompetenzen entwickeln sich nicht isoliert, sondern stets in der Auseinandersetzung mit konkreten Situationen und bedeutsamen Themen und im sozialen Austausch. Ihr Lernen ist immer vernetzt.

Ein wichtiges Element ist dabei die Projektarbeit. "Projektarbeit bedeutet neugierig und offen sein" und setzt eine neugierige und offene Haltung der begleitenden Erwachsenen voraus. Sie entspricht unserem Bildungsverständnis "Bildung als sozialer Prozess", den Kindern und Erwachsene gleichermaßen aktiv gestalten. Wir bieten Projekte gruppenintern oder auch gruppenübergreifend an. An einem Projekt muss nicht die ganze Gruppe teilnehmen, es kann auch nur eine Kleingruppe daran beteiligt sein. Wer das Projekt vorzeitig verlassen will, kann dies tun.

Die Themen orientieren sich an den Interessen und Fragen der Kinder, sie ergeben sich spontan aus einer Situation oder sie gehen von der Jahreszeitenplanung aus. Die Kinder sind begeistert von Projekten, wenn die Themen lebensnah sind und die Kinder schon teilweise damit Erfahrungen gemacht haben. Die Themen entstehen indem wir den Kindern gut zuhören, ihre (verbal und nonverbal) geäußerten Interessen, Fragen und Ideen ernst nehmen und im Spiel gezielt beobachten, mit welchen Aktivitäten sie sich gerade allein oder mit anderen Kindern beschäftigen.

Ist ein Projektthema gefunden wird ein Projektplan mit den Kindern erstellt. Das Projekt wird vorbereitet, indem die pädagogische Fachkraft die Fragen der Kinder zum Thema dokumentiert, Bücher und Materialien auslegt. Das Projekt wird von den Kindern ausgeführt. Ist das Ergebnis erreicht oder haben die Kinder kein Interesse mehr, wird das Projekt beendet. Das Ergebnis wird Kindern und Eltern transparent präsentiert, durch Plakatwände, Fotos, Bilder, angefertigte Plastiken oder Handarbeiten.

Die Aufgabe des Fachpersonales ist es, die Kinder dabei zu begleiten und sich im Hintergrund zu halten. Die Erzieherin regt Reflexionsfragen an, plant mit den Kindern den nächsten Schritt, setzt bei Bedarf Impulse. Sie lässt die Kinder ihre Erfahrungen machen und gibt nichts vor.

"Der Prozess der Entwicklung zum Ergebnis hin ist wichtiger als das Ergebnis selbst!"

Durch ein Projekt kommt die beteiligte Gruppe ins Experimentieren, Rollenspiel, Mal- und Bastelaktivitäten, Bau- und Konstruktionstätigkeiten, Bewegungsaktionen, usw. Gäste mit Fachkompetenzen zum jeweiligen Thema (Experten) werden eingeladen, Ausflüge, Exkursionen und Besichtigungen werden gemacht.

Somit dringen die Kinder intensiv in eine Thematik ein, mit all ihren Sinnen und ihren Fähigkeiten. Sie bilden sich selbst, handeln selbstbestimmt und selbsttätig. Sie haben große Freude an ihrem Tun.

Sie erwerben ganzheitliche Basiskompetenzen, wie personale Kompetenz (Selbstwahrnehmung, Kognition), Lernkompetenz durch Erfahrungslernen und soziale Kompetenz. Sie erwerben Handlungsorientierung, Wissen, Einsicht in Ursache und Wirkung. Sie entwickeln Problemlösungen und Durchhaltevermögen, sie erleben Methodenvielfalt.

Sie erwerben kompetenten Umgang mit Veränderungen und Belastungen (Resilienz)

6.2. Basiskompetenzen

Wir nehmen die individuellen Kompetenzen der Kinder wahr und begleiten sie dabei, diese weiterzuentwickeln. Hierbei unterscheiden wir folgende Basiskompetenzen:

- Personale Kompetenzen, wie Selbstwahrnehmung, kognitive und physische Kompetenzen

- Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext, wie soziale Kompetenz, demokratische Teilhabe, Verantwortungsübernahme, Entwicklung von Werten

- Lernmethodische Kompetenzen

- Resilienz, d.h. Widerstandsfähigkeit, kompetenter Umgang mit Veränderungen und Belastungen

- soziale Kompetenzen

Kompetenzen sind Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sich durch Erfahrungen entwickeln. Dies macht das Kind belastbar und flexibel, um mit Veränderungen oder Belastungen zu Recht zu kommen (Resilienz).

Die Bildungs- und Erziehungsbereiche und die Basiskompetenzen sind in vielfältiger Weise miteinander verknüpft und werden im Folgenden exemplarisch dargestellt. Bei allen Bildungsprozessen, wo Kinder aktiv beteiligt sind, werden zahlreiche Kompetenzen gestärkt.

6.3. Bildungs- und Erziehungsbereiche

Unsere pädagogischen Schwerpunkte Von unserem Bild vom Kind als neugieriges, selbsttätiges und kompetentes Individuum leiten wir das Ziel (Leitziel) ab, diese Basiskompetenzen im Rahmen der Bildungs- und Erziehungsbereiche weiterzuentwickeln. Hierbei haben wir für uns folgende pädagogischen Schwerpunkte erarbeitet:

6.3.1. Werteorientierung/Religiösität

In unserer Einrichtung erziehen wir das Kind im christlich-katholischen Sinne auf dem Weg zu einem einfühlsamen, selbstbewussten, selbstbestimmten und kompetenten Mitglied unserer demokratischen Gesellschaft. Das Team von Mitarbeitern vermittelt den Kindern die christlich- abendländische Kultur und ihre christliche Lehre mit ihren Bräuchen. Wir wertschätzen andere Religionen und Kulturen und versuchen dies den Kindern zu vermitteln.

6.3.2. Emotionalität, soziale Beziehungen und Konflikte

Das pädagogische Personal unterstützt das Kind dabei soziale Beziehungen aufzubauen, Freundschaften zu schließen und soziale Verantwortung zu entwickeln. Es erhält bei Bedarf Hilfestellung, um bei Konflikten Lösungsmöglichkeiten zu finden. Es lernt Gefühle bewusst wahrzunehmen und darf diese ausleben, wenn keine weitere Person dabei beeinträchtigt wird.

6.3.3. Sprache /Literacy

Eines unserer wichtigsten Bildungsziele ist, Kinder in ihrer Sprach- und Literacykompetenz zu stärken und dabei auch die Mehrsprachigkeit, sowie Dialekt, zu berücksichtigen. Einmal pro Woche beschäftigt sich eine Erzieherin mit den Kindern, die das letzte Kindergartenjahr besuchen, mit der deutschen Schriftsprache, angelehnt an das "Würzburger Modell", mit Reimen, Silben, Lauten, Worten, Texten, usw.

Kinder mit Migrationshintergrund, die keine oder geringe Deutschkenntnissen haben, deren beide Elternteile nichtdeutscher Herkunft sind, sollten im vorletzten Jahr vor der Einschulung, am Vorkurs "Deutsch" in der Grundschule teilnehmen, der die altersintegrierte Sprachbildung unterstützt und ergänzt. Dies ist auch für deutsche Kinder, mit Unterstützungsbedarf in der Sprachentwicklung, möglich. Dem Vorkurs geht eine Erhebung des Sprachstandes des Kindes in der ersten Hälfte des vorletzten Kindergartenjahres voraus.

Der Vorkurs umfasst 240 Stunden, die Kindergarten und Grundschule je zur Hälfte erbringen Der Kindergartenteil beginnt in der zweiten Hälfte des vorletzten Kindergartenjahres. Der schulische Anteil beginnt im letzten Jahr vor der Einschulung. Die betreffenden Kinder müssen von den Eltern selbst zur Schule gebracht und wieder abgeholt werden.

Bei der Durchführung des Vorkurses orientieren sich die Verantwortlichen ausschließlich an den Bedürfnissen, Kompetenzen und Interessen des einzelnen Kindes. Wir bieten vielfältige Möglichkeiten zur Kommunikation und betonen das mit- und voneinander Lernen im Dialog. Das Kind ist aktiv an der Auswahl der Themen und Fragen beteiligt. Die Entwicklungsprozesse werden beobachtet und dokumentiert, um sowohl dem Kind prozessbegleitend eine Rückmeldung zu geben als auch die Eltern mit einzubeziehen. Für interessierte Eltern besteht die Möglichkeit zur Hospitation am Vorkurs.

"Literacy" bedeutet Lese- und Schreibkompetenz. Literacy umfasst aber auch Kompetenzen, wie Textverständnis, Sinnverstehen, sprachliche Abstraktionsfähigkeit, Lesefreude, Vertrautheit mit Büchern, Schriftsprache oder sogar Medienkompetenz. Es geht im Kindergarten insbesondere um das Interesse an Schriftsprache und den Umgang mit Büchern und Schrift. Sich mit Büchern über interessante Themen informieren, Schrift in der Umgebung erkennen und Spaß am Ausprobieren von Schrift haben, dies sind wichtige Elemente einer ersten Anbahnung an Literacy im Kindergarten. Es entsteht Interesse an Schreiben und Schrift.

6.3.4. Digitale Medien

Kinder kommen von klein auf mit luK-Medien (Informations- und Kommunikationstechnik) und weiteren Medien in Berührung. Sie sind alltäglicher Bestandteil der individuellen Lebensführung. Das pädagogische Personal bietet den Kindern entsprechend ihrem Entwicklungsstand verschiedene Medien an. Die Medienerziehung zielt darauf ab, die Orientierungs- und Informationskompetenz zu stärken, unter Berücksichtigung der sich ergebenden Risiken.

6.3.5. Mathematik

Mathematisches Denken ist Basis für lebenslanges Lernen, sowie Grundlage für Erkenntnisse in fast jeder Wissenschaft, der Technik und der Wirtschaft. Das Kind lernt Mathematik in Alltagssituationen, in der Auseinandersetzung mit Materialien und in der Interaktion mit Anderen. Das pädagogische Personal bietet dem Kind Spiel- und Forschungsmaterial mit geometrischen Formen, Mustern, Zahlen, Mengen, Größen, Gewicht, Zeitangaben, Messvorgängen, usw.
Einmal pro Woche beschäftigen sich die 5 - 6 jährigen Kinder mit gezielten Lernangeboten zur Mathematik. Orientiert an dem mathematischen Programm "Zahlenland" vermittelt eine Erzieherin, anhand verschiedener Spiele, den bewussten Umgang mit mathematischen Inhalten, Zusammenhängen und Zahlen.

6.3.6. Natur und Umweltbildung

Das Kind soll mit allen Sinnen seine Umwelt erfahren, Freude in und mit der Natur erleben und auch seine Verletzbarkeit wahrnehmen. Das Kind soll lernen ökologische Zusammenhänge zu erkennen und umweltbezogenes Handeln zu entwickeln. Das Personal des Kindergartens hat deshalb zusammen mit Eltern und Kindern einen Hausgarten angelegt (siehe 5.5.2. Hausgarten).

6.3.7. Musik - Ästhetik, Kunst und Kultur

Das Kind empfindet eine natürliche Freude an Musik. Sie hilft dem Kind sich zu entspannen und ist auch Anregung um eigenes Singen und Tanzen zu entfalten. Es soll Gelegenheit erhalten verschiedene Instrumente kennen zu lernen, bzw. selbst zu musizieren. Das Kind soll die musikalische Tradition seines Kulturkreises kennenlernen. Ebenso die Musik fremder Kulturen.

Zur ästhetischen Bildung gehört die sinnliche Wahrnehmung und Ausübung der Kreativität. Das Kind erhält durch ein vielfältiges Farbangebot und diverse Materialien die Möglichkeit, Maltechniken und Gestaltungsmöglichkeiten zu erproben und künstlerisch tätig zu sein.

6.3.8. Die Gesundheit des Kindes - Sexualität – Bewegungsangebote/Entspannung – gesunde Ernährung

Die Gesundheit des Kindes hat in unserer Einrichtung einen hohen Stellenwert. Wir thematisieren mit den Kindern die verschiedenen Bereiche. Körperpflege und Hygiene sind dabei wichtige Elemente. Wir üben mit den Kindern Verhaltensweisen zur Verhütung von Krankheiten (Einübung der gängigen Hygieneettikette).

Das Kind soll eine positive Geschlechtsidentität entwickeln, um sich wohl zu fühlen. Das Erziehungspersonal unterstützt einen unbefangenen Umgang mit dem eigenen Körper und ein Bewusstsein für seine persönliche Intimsphäre. Fragen zum Grundwissen der Sexualität werden offen, kindgerecht und ehrlich beantwortet. Angenehme und unangenehme Gefühle werden mit dem Kind thematisiert. Dem Kind wird bewusst gemacht, dass es auch NEIN sagen darf.

Wir bieten den Kindern offene Bewegungsangebote im Freispiel. Die Kinder erwartet eine vorbereitete Umgebung, die zum Experimentieren mit verschiedenen Sportgeräten und Materialien anregt. Einmal wöchentlich finden angeleitete Turn- oder yogaähnliche Gymnastikstunden mit Entspannungselementen für jede Gruppe statt. Die Gruppe wird dabei in drei Kleingruppen aufgeteilt, um sich intensiv dem einzelnen Kind widmen zu können.

Wir thematisieren gesunde Nahrungsmittel und Getränke (z.B. in Projekten) und versuchen Kinder und Eltern für gesunde Ernährung zu sensibilisieren. Täglich werden während der gesamten Betreuungszeit gesunde Getränke angeboten, wie Wasser, Apfelsaftschorle, Kräuter- oder Früchtetees. Wir achten darauf, dass alle Kinder während der Betreuungszeit ein Getränk zu sich nehmen. Um die täglichen Getränke und die Kochaktionen finanzieren zu können, sammeln wir 10,--€ im Jahr ein.

Der Kindergarten wird vom Freistaat Bayern kostenlos einmal pro Woche mit frischem Obst und Gemüse, sowie mit Milch beliefert. Wir bieten den Kindern am Vormittag einen Obst- und Gemüserohkostteller an.

Wir beteiligen uns schon seit Jahren an dem Gesundheitsprogramm "Tigerkids". Das Programm enthält Aufklärung der Kinder und Eltern über gesunde, vollwertige Ernährung.

Das Team hofft auf die Unterstützung der Eltern, die gesunde, vollwertige Ernährung dem Kind näher zu bringen und keine Weißmehlprodukte und Limo mit in den Kindergarten zu geben. Das Kinderprodukt "Milchschnitte" und Süßigkeiten dürfen in den Kindergarten nicht mitgebracht werden. Wir pflanzen mit den Kindern gesundes Obst und Gemüse in unserem Hausgarten an (siehe 5.2.2. unser Hausgarten).

7. Kooperation und Vernetzung – Bildungspartner unserer Einrichtung

7.1. Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern

Kinder wachsen an unterschiedlichen Bildungsorten auf, die verschiedene Aufgaben im Bildungs- und Erziehungsprozess haben (BayBL). Unsere Aufgabe ist es, mit allen beteiligten Personen partnerschaftlich zusammenzuarbeiten. Hierbei sind für uns die ersten Ansprechpartner die Eltern. Eine erfolgreiche Kooperation zwischen Eltern und dem pädagogischen Fachpersonal, zeichnet sich durch gegenseitigen Respekt und Vertrauen aus.

Um dieses notwendige Vertrauen aufzubauen und unsere pädagogische Arbeit transparent zu machen, bieten wir den Eltern von neuen Kindern, bereits vor Eintritt der Kinder in den Kindergarten, einen Elternnachmittag zur allgemeinen Information und zum Kennenlernen untereinander an.

Während des Kindergartenjahres finden ca. 3 Elternabende statt, zur allgemeinen Information, zum Kennenlernen untereinander, zu Fachthemen, die die Eltern sich wünschen, zu religiösen Themen, zur Wahl des Elternbeirates.

Der Elternbeirat versteht sich als Vermittler zwischen Eltern und pädagogischem Fachpersonal. Es finden regelmäßige Treffen mit dem Elternbeirat statt. Zusätzlich finden auch interne Elternbeiratssitzungen, ohne das Fachpersonal, statt.

Bei Interesse veranstalten wir Eltern/Kind Aktionen und gemeinsame Ausflüge. Jedes Jahr feiern wir ein großes Abschlussfest und verabschieden dabei unsere Vorschulkinder.

Einmal im Jahr laden wir alle Eltern zum Entwicklungsgespräch über das Kind ein. Bei Bedarf können die Eltern mit dem pädagogischen Fachpersonal zusätzliche Gesprächstermine vereinbaren.

Die Eltern von neuen Kindern werden, nach abgeschlossener Eingewöhnung, nach ca. 8 Wochen, vom Bezugserzieher zu einem kurzen Gespräch eingeladen, um die Eingewöhnungsphase zu reflektieren.

7.2. Kooperation mit der Grundschule Krumbach

Einmal im Jahr treffen wir uns mit den Kooperationspartnern der Grundschule zu einem Informationsaustauch, z.B.: Änderungen und Neuerungen in der Grundschule, Gestaltung des 2-stündigen Schulbesuches.

7.3. Umgang mit individuellen Unterschieden

Wir begegnen allen Kindern in unserem Kindergarten mit Wertschätzung und Akzeptanz, egal welche Herkunft, Kultur, Religion oder welches Entwicklungstempo sie haben. Unterschiede können eine bereichernde Lernsituation für die Kinder bieten. Wir stehen in der christlichen, sozialen Verantwortung, Ausgrenzungen zu begegnen und allen Kindern faire und gemeinsame Lern- und Entwicklungschancen zu geben. Das bedeutet, dass deutsche Kinder, Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder mit erhöhtem Entwicklungsbedarf gemeinsam lernen. Es gibt Kinder, die in ihrer Entwicklung auffällig, gefährdet oder beeinträchtigt sind. Dies sind Kinder mit besonderen Bedürfnissen, wie erhöhtem Entwicklungsrisiko, Kinder, die von Behinderung bedroht sind oder Risikokinder (das sind Kinder aus Familien, deren Eltern psychisch erkrankt sind). Diese Kinder können integrative Hilfen in Anspruch nehmen.

Wir vermitteln Fachdienste und arbeiten mit Ihnen eng zusammen. Wir stehen in Verbindung mit den Heilpädagogen und Therapeuten der Frühförderstelle Thannhausen, dem Sonderpädagogischen Förderzentrum, der Mobilen Hilfe der Schulvorbereitenden Einrichtung (SVE) und der "Schule zur individuellen Lebensbewältigung" Ursberg und der Grundschule Krumbach, sowie Ärzten, dem koordinierenden Kinderschutz, dem Amt für Kinder Jugend und Familien, der Erziehungsberatung usw.)

7.4. Der Schutzauftrag zum Kindeswohl nach § 8a SGB VIII

Nach § 8a Sozialgesetzbuch (SGB) – Achtes Buch (VIII) (SGB VIII) und Art. 9a und 9b Bayerisches Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) sind wir als Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe dazu verpflichtet, den Schutzauftrag zu erfüllen. Er bewahrt die Kinder davor Schaden zu erleiden, durch den Missbrauch elterlicher Rechte oder Vernachlässigung innerhalb der Familie oder auch im weiteren Sozialraum, sowie innerhalb der Kindertagestätte. Der Schutzauftrag greift auch bei Entwicklungsproblemen oder der Feststellung einer Behinderung.

Im Falle eines Verdachts nehmen wir eine Abschätzung des Gefährdungsrisikos vor und ziehen bei Bedarf eine insoweit erfahrene Fachkraft des Jugendamtes hinzu. Wir beziehen die Eltern, sowie das Kind in die Gespräche mit ein, wenn hierdurch der wirksame Schutz des Kindes nicht in Frage gestellt wird. Falls erforderlich, wirken die Fachkräfte bei den Eltern auf die Inanspruchnahme von Hilfen hin. Sollte die Gefährdung nicht anders abgewendet werden können, wird das Amt für Kinder, Jugend und Familie informiert.

Bei der Ausübung des Schutzauftrages werden wir von unseren Kooperationspartnern unterstützt: Ärzte, Koordinierungsstelle "Frühe Hilfen", Erziehungsberatung, Frühförderung, Gesundheitsamt, Kinderärzte, Familiengericht, Amt für Kinder, Jugend und Familie u.a.
Zum Verfahren zum Umgang mit Kindeswohlgefährdung wurde mit dem Träger und dem Team ein Handlungsleitfaden entwickelt, der dem Team zur Verfügung steht. Die Deutsche Bischofskonferenz hat für alle Einrichtungen in ihrem Geltungsbereich eine Rahmenordnung zur Prävention gegen sexuelle Gewalt, sowie Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch erlassen.
Der Bischof von Augsburg hat ergänzend und konkretisierend eine Präventionsordnung gegen sexuelle Gewalt an Minderjährigen im Bereich Augsburg erlassen.

Der Schutz und die Stärkung der Persönlichkeit der Kinder in der KiTa ist ein wesentlicher Bestandteil des allgemeinen Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrages und trägt dazu bei, Gefährdung und Gewalt gegen Kinder zu minimieren.

8. Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung

Wir sehen die pädagogische Qualität in unserem Kindergarten dann als gegeben, wenn wir erreichen, dass die Kinder körperlich, emotional, sozial und intellektuell gefördert werden. Es dient ihrer gegenwärtigen und zukünftigen Bildung und unterstützt somit auch die Familien in ihren Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsaufgaben. Wir stellen uns dem gesellschaftlichen Wandel und den sich daraus ergebenden Anforderungen in der Elementarbildung und Kindertagesbetreuung.

Wir versuchen unsere Arbeit transparent zu machen, indem alle interessierten Eltern die Möglichkeit haben unser Konzept in der kleinen Elternbibliothek oder im Internet einzusehen. Unser Konzept wird alle zwei Jahre von uns überprüft und aktualisiert. Jährlich findet eine Elternbefragung statt. Die Eltern beantworten die Befragung online. Sie erhalten von der KiTa-Leitung einen Zugangscode.

8.1. Teamarbeit

Das offene Konzept erfordert von allen Mitarbeitern intensiven Austausch, Reflexion und Planung. Die Teambesprechungen und gruppeninternen Besprechungen finden im 14-tägigen Rhythmus statt. Wir tauschen uns aus über das Gruppengeschehen in den Stammgruppen und in den Funktionsräumen. Wir treffen Absprachen, um in beiden Stammgruppen eine ähnliche Jahreszeitenplanung und Morgenkreisgestaltung anzubieten, wie Lieder, Fingerspiele, Sachthemen, Aktionen, Projekte und vieles mehr. Wir treffen Terminabsprachen, Festvorbereitungen, Neuanschaffungen, geben Informationen weiter, besprechen organisatorische und pädagogische Probleme. Die Kindergartenleitung informiert die Mitarbeiter über Änderungen oder Neuerungen des Caritasverbandes des Bistums Augsburg und des Landratsamtes Günzburg.
Wir führen einmal pro Woche Praxisanleitergespräche mit unseren Jahrespraktikanten der FakS und Berufsfachschule für Kinderpflege.

8.2. Teilnahme an Fort- und Weiterbildungen

Die Leitung des Kindergartens besucht die ca. vierteljährliche Leiterinnenbesprechung des Caritasverbandes des Bistums Augsburg und halbjährlich die Leiterinnenbesprechung des Landratsamtes Günzburg.
Das gesamte pädagogische Fachpersonal nimmt jedes Jahr mehrmals an Fort- und Weiterbildungen teil. Angeboten werden diese vom Caritasverband, vom Landratsamt Günzburg u.a. Institutionen.

9. Quellennachweis

Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan                                                                                                                         
für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung
Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und
Sozialordnung, Familie und Frauen
Staatsinstitut für Frühpädagogik München
2012 Cornelsen Schulverlag GmbH, Berlin
6. Auflage 2013

Lernen in der Lernwerkstatt
Kindergarten heute
Praxis kompakt
Themenheft für den pädagogischen Alltag
Monika Schaarschmidt
Verlag Herder GmbH Freiburg
3. Auflage 

Kinder bis drei Jahre in Krippe und Kita
Kindergarten heute
Praxis kompakt
Anregungen Handlungsimpulse
Dorothee Gutknecht/Maren Kramer/Kira Daldrop
Verlag Herder GmbH Freiburg
2017

Schulen der Phantasie
Lernen braucht Kreativität
Marielle Seitz/Rudolf Seitz
Klett/Kallmeyer Verlag GmbH Seelze
1.Auflage 2012

Portfolio
Kindergarten heute
Praxis kompakt

Kita-Räume pädagogisch gestalten
Den Raum als Erzieher nutzen
Matthias Wilk/Christina Jasmund
2015 Beltz Verlag

Leitfaden zur Erstellung eines Schutzkonzeptes in kath. Einrichtungen der Diözese Augsburg
Referat Kindertageseinrichtungen
Caritasverband für die Diözese Augsburg e.V. Augsburg 2016

Bayerische Leitlinien für die Bildung und Erziehung von Kindern bis zum Ende der Grundschulzeit: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen Staatsinstitut für Frühpädagogik München, 2014

Die sieben Grundbedürfnisse von Kindern, was jedes Kind braucht, um gesund aufzuwachsen, gut zu lernen und glücklich zu sein – Brazelton, T.B.: Greenspann, S.I. (2002)

Sprache u. Sprachförderung im Kindergarten - Wirts, Claudia 2013

Sprachspiele für Kinder im Vorschulalter, Würzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache, Anleitung und Arbeitsmaterial, Vandenhoeck & Ruprecht, Petra Küspert/Wolfgang Schneider

Entdeckungen im Zahlenland, ganzheitliche mathematische Bildung für Kinder ab 4 Jahre, Gerhard Preiß, Prof. für Mathematische Didaktik (1935 – 2017)

10. Verfasser des Konzeptes

Marschner Waltraud, Schlosser Mathilde, Egger Alisa, Bonk Bettina, Gruber Manuela, Leopold Stefanie

 

 

Stand April 2020