Pfarrei Edelstetten

Pfarramt Neuburg/Ka.
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Der Märtyrer Pater Kunibert Ott

Seeligsprechung des Missionsbenediktiners
und gebürtigen Edelstetters
Pater Kunibert Ott angestrebt.

Pater Kunibert Ott starb 1952 den Märtyrertod als Missionsbenediktiner in Nordkorea. Der kirchenrechtliche Prozess der Seligsprechung wurde 2009 eingeleitet.

Die Lebensgeschichte von Pater Kunibert Ott:

Pater Kunibert Ott
Pater Kunibert Ott
Als Pater Kunibert Ott am 2. Juli 1912 in Edelstetten zur Welt kam, und auf den Namen Blasius getauft wurde, ahnte noch niemand dass er fast genau 40 Jahre später, achttausenddreihundert Kilometer von der Heimat entfernt, den Hungertod sterben wird – in tiefer Überzeugung für seinen christlichen Glauben.

Schon seine Kindheit begann mit leidvollen Erfahrungen. Der erste Weltkrieg nahm ihm 1917 seinen Vater, im selben Jahr starben bereits zwei seiner sieben Geschwister. Seine Mutter Josepha Fischer, eine tiefgläubige Frau die ihr ganzes Vertrauen in Gott legte, verlieh dem Jungen Blasius Ott durch ihre Gläubigkeit sicherlich eine erste Prägung. So festigte sich bereits zu dieser Zeit sein Wunsch Priester zu werden. Ein Wunsch, der in Erfüllung gehen sollte.

1923 trat Kunibert Ott ins Missionsseminar in St. Ottilien ein. 1933 bestand er in Dillingen an der Donau sein Abitur. Das Theologiestudium absolvierte er in St. Ottilien und in München. Seine erste Ordensprofess legte er im Mai 1934 ab, die feierliche Ordensprofess im August 1937. Auf Grund der damaligen politischen Situation wurde er noch vor seiner Priesterweihe in die Mission nach Nordkorea entsandt. Dort beendete er sein Theologiestudium und wurde am 30. April 1939 im nordkoreanischen Tokwon zum Priester geweiht. Seinen Primizspruch könnte man als eine Vorahnung deuten:

„In Liebe und Leid geschah die Erlösung der Welt“.


Gedenktafel in der Edelstetter Pfarrkirche
Jahre der Missionsarbeit begannen für Pater Kunibert Ott und seine Mitbrüder. Obwohl die Missionsarbeit von der japanischen Besatzung mit großem Misstrauen verfolgt und behindert wurde, wuchs ihre Abtei Tokwon stetig. Aber als 1945 die russische Armee in Nordkorea einmarschierte, wurde die Missionsarbeit immer schwieriger. Bis die Arbeit der Benediktiner durch ihre Verhaftung im Mai 1949 gewalttätig beendet wurde. Sie wurden ins Gefängnis geworfen. Achtzehn Mann auf acht Quadratmetern. Die Behandlung widersprach jeglicher Menschenwürde.

Rund drei Monate später wurden sie nach Oksadok gebracht, eine Art Arbeitslager in dem sie sich, bewacht von Lageraufsehern, durch den Feldbau auf kargen Steinböden selbst versorgen sollten. Der Hunger wurde zum täglichen Gast. Zwischenzeitlich kommt Kunibert Ott mit seinen Mitbrüdern in ein weiteres Lager, nach Manpo an der Grenze zur Mandschurei, dem heutigen China. Die Umquartierung wird später als „Todesmarsch nach Manpo“ in den Aufzeichnungen stehen. Die Strapazen bleiben nicht ohne Auswirkung. Als die Gefangenen von Manpo wieder zurück nach Oksadok verlegt werden, ist Pater Kunibert Ott gesundheitlich stark angeschlagen. Aber der Pater stellt sich weiter mit letzter Kraft in den Dienst seiner Mitgefangenen und hält seinen Glauben aufrecht. Trotz aller Schikanen hegt er keinen Groll gegen seine Peiniger. „Wir müssen beweisen, dass wir das Evangelium ernst nehmen und die Feindesliebe üben“, so seine grundlegende Einstellung.

Pater Kunibert Ott wird von den Lagerinsassen zum Hauptverantwortlichen der Inhaftierten gewählt. Aber am 14. Juni 1952 ist Pater Kunibert Ott mit seinen Kräften am Ende, er ist ausgehungert, bricht Blut, und stirbt in dieser Nacht wofür er gelebt hat – für seinen ungebrochenen Glauben an Gott. Noch einen Tag vor seinem Tod hielt Pater Kunibert Ott im Lager die Heilige Messe für seine Mitgefangenen.

Im Januar 1954 kehren die Überlebenden aus dem Lager Oksadok nach Deutschland zurück, bringen auch Kunde von Pater Kunibert Ott, von seiner Standhaftigkeit, von seinem Leben im Glauben bis in den Tod.

Zusammen mit Kunibert Ott starben im Lager Oksadok 15 Missionare und 2 Missionsschwestern den Märtyrertod.