Katholischer Kindergarten St. Leonhard - Billenhausen

Pfarramt Neuburg/Ka.
Mühlstraße 1
86476 Neuburg
Tel.: 08283/322
Fax: 08283/998327

Öffnungszeiten Pfarramt:
Di:     9:00 - 11:30
Mi:     9:00 - 11:30
Do:  14:30 - 17:00
Fr:     9:00 - 11:30

Herzlich Willkommen beim
Katholischen Kindergarten St. Leonhard in Billenhausen

Konzept 

Konzeption des Kindergartens „St. Leonhard“

1. Vorwort März 2018

Das Konzept ist die Festlegung der Erziehungsziele und -inhalte als Rahmen für eine praktische, pädagogische Bildung von Kindern. Das Konzept zeigt Methoden und Ziele, die hinter der pädagogischen Vorgehensweise stehen. Diese Konzeption unterliegt dem Prozess der Weiterentwicklung und dem Wandel unserer Gesellschaft.

2. Unser Leitbild

Unserem Leitbild haben wir den Titel „Hand in Hand“ gegeben. Das bedeutet, dass unser Team Hand in Hand mit den Eltern den Weg der Kinder vom Kleinkind bis zum Grundschulkind begleitet. Der gemeinsame Blick auf das Kind, seine Entwicklung und sein Bildungsprozess stehen im Mittelpunkt.
Wir erziehen das Kind im christlich-katholischen Sinne auf dem Weg zu einem einfühlsamen, selbstbewussten, selbstbestimmten und kompetenten Mitglied unserer demokratischen Gesellschaft. Wir wertschätzen andere Religionen und Kulturen.

3. Trägerschaft

Verwaltung: Bischöfliches Ordinariat, Diözese Augsburg
Betriebsträgerschaft: Katholische Kirchenstiftung St. Leonhard, Billenhausen Kirchenverwaltungsvorsitzender
H. Pfarrer Michael Kinzl
Mühlstr. 1
86476 Neuburg
Tel. 08283/322

Bauträgerschaft: Stadt Krumbach
Nattenhauser Str. 5
86381 Krumbach
Tel. 08282/9020
Finanzierung: Die Betriebskosten der Einrichtung werden vom Freistaat Bayern, der Stadt Krumbach und der Katholischen Kirchenstiftung St. Leonhard aufgebracht.

4. Gesetzlicher Auftrag

Im Rahmen des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes (BayKiBiG), das am 01.08.2005 in Kraft getreten ist, wurde für die pädagogischen Fachkräfte in den Tageseinrichtungen der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan (BEP) zur Orientierung entwickelt. Er ist die Grundlage für unseren Bildungs- und Erziehungsauftrag im Kindergarten.

4.1. Unser Bildungsauftrag

Die Arbeit der Elementarpädagogik im Kindergarten ist geprägt von Bildung, Erziehung und Betreuung.
Die Bildung des Kindes beginnt schon im 1.Lebensjahr in der Familie und wird beim Eintritt in den Kindergarten durch das pädagogische Personal weitergeführt. Wir verstehen uns deshalb als Bildungseinrichtung.
Unser Bildungsauftrag besteht in einer ganzheitlichen Unterstützung der Handlungs-, Bildungs- und Lernfähigkeit von Kindern unter besonderer Berücksichtigung kultureller Werte und religiöser Erfahrungen.
Das Team vom Kindergarten ist bestrebt die Entwicklung des Kindes und seine Bildung bestmöglich zu unterstützen. Wir helfen dem Kind seine Lernprozesse eigenbestimmt zu entwickeln und lassen es vielfältige Erfahrungen machen. Wir gestalten die Lernumgebung so, dass sich das Kind unterstützt, geborgen- und wohl fühlt.
Wir geben dem Kind Zeit und die Hilfestellung, damit es menschliche Stärken entwickeln kann, wie positives Denken, Vertrauen, Selbstreflexion und soziale Kompetenz. Dies macht das Kind belastbar und flexibel, um mit Veränderungen oder Belastungen zurecht zu kommen (Resilienz).
Sollte ein Kind erhöhten Förderbedarf haben, werden wir dies bei einem Entwicklungsgespräch mit den Eltern besprechen. Wir stehen in enger Verbindung mit den Heilpädagogen und Therapeuten der Frühförderstelle Thannhausen, dem Sonderpädagogischen Förderzentrum, der Mobilen Hilfe der Schulvorbereitenden Einrichtung (SVE) und der Schule zur individuellen Lebensbewältigung Ursberg und der Grundschule Krumbach.

4.2. Unser Schutzauftrag zum Kindeswohles § 8a

Wir sind als Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe dazu verpflichtet den Schutzauftrag zu erfüllen, der die Kinder davor bewahrt, durch Missbrauch elterlicher Rechte oder bei Vernachlässigung Schaden zu erleiden (Art. 9a Bayerisches Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG), § 8a Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII)).
Die Deutsche Bischofskonferenz hat für alle Einrichtungen in ihrem Geltungsbereich eine Rahmenordnung zur Prävention gegen sexuelle Gewalt, sowie Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch erlassen.
Der Bischof von Augsburg hat ergänzend und konkretisierend eine Präventionsordnung gegen sexuelle Gewalt an Minderjährigen im Bereich Augsburg erlassen.
Diese gesetzlichen und kirchlichen Vorgaben sind Grundlage für die „Handlungsleitlinien bei Verdacht und Vorliegen sexueller Gewalt“, sowie den „Leitfaden zur Erstellung eines Schutzkonzeptes für Kindertageseinrichtungen“ der Koordinationsstelle zur Prävention von sexueller Gewalt im Bistum Augsburg und dem Referat Kindertageseinrichtungen im Caritasverband der Diözese Augsburg e.V.
Der Kindergarten ist ein sicherer Ort für Kinder, wir Mitarbeiterinnen sind dem Kinderschutz verpflichtet.

5. Unsere Einrichtung

Kindergarten St. Leonhard
Pfarrer-Egger-Weg 2
86381 Billenhausen
Tel. 08282 / 60 34 075
E-Mail Adresse: kiga.billenhausen@bistum-augsburg.de

5.1. Chronik

1986 wurde der Elterninitiativ-Kindergarten KiK.e.V. gegründet. Er mietete die Räumlichkeiten von der Stadt Krumbach an.
1998 übernahm die Katholische Kirchenstiftung St. Leonhard die Trägerschaft und aus dem KiK e.V. wurde der katholische Kindergarten „St. Leonhard“.
2017 wurde der Kindergarten generalsaniert und um eine Gruppe erweitert. Ab Herbst 2018 stehen nun 50 Kindergartenplätze zur Verfügung.

5.2. Lage und Einzugsgebiet

Unser Kindergarten ist ein Stadtteil-Kindergarten der Stadt Krumbach/Schwaben. Er liegt im Ortsteil Billenhausen und hat ländlichen Charakter.
Die Kinder, die unsere Einrichtung besuchen, sind aus Billenhausen, Hirschfelden, Attenhausen und aus dem Stadtgebiet Krumbach mit seinen weiteren Stadtteilen.

5.3. Aufnahmekriterien

Wir betreuen Kinder im Alter ab dem 2. Lebensjahr bis zur Einschulung. Die beiden Stammgruppen sind alters- und geschlechtergemischt. Die Eltern sind verpflichtet unsere Konzeption anzuerkennen.

5.4. Öffnungszeiten, Schließtage

Der Kindergarten ist geöffnet von Montag bis Freitag von 7.30 Uhr bis 16.00 Uhr.
Der Kindergarten ist an 30 Tagen im Kindergartenjahr geschlossen. Die Schließtage werden im Herbst des neuen Kindergartenjahres bekannt gegeben.

5.5. Buchungszeiten, Kindergartenbeiträge

Die Eltern buchen die Stundenanzahl, die sie im Monat zur Betreuung ihrer Kinder benötigen. Mit den gebuchten Stunden werden die persönlichen Bring- und Abholzeiten des Kindes festgelegt. Daraus ergibt sich der Kindergartenbeitrag (siehe Kindergartenordnung).
Aus den gebuchten Betreuungsstunden und den persönlichen Bedingungen des Kindes (Alter, Herkunftsland, Behinderung), wird der Anstellungsschlüssel des Erziehungspersonales errechnet. Der Anstellungsschlüssel wird durch das bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) festgelegt und liegt zwischen 1:10 bis 1:11. Dies bedeutet, dass 1 Personalstunde für 10-11 Buchungsstunden eines Kindes berechnet werden.

Für Kinder unter 3 Jahren ist bei der Unterbringung in einer Kindergartengruppe die erhöhte Kindergartengebühr zu entrichten. Soweit das Kind das 3. Lebensjahr vollendet hat, ist ab dem Folgemonat die reguläre Kindergartengebühr zu bezahlen.
Folgende Gebühren für den Kindergarten St. Leonhard sind gültig ab 01. September 2018. Sie richten sich nach den Buchungszeiten.

Buchungszeiten Kindergartenbeiträge
Stunden/pro Tag Kinder ab 3 Jahren, monatlich Kinder ab 2 Jahren

3 – 4 (nicht möglich) 98,00 €
4 – 5    72,00 €       106,00 €
5 – 6    78,00 €       114,00 €
6 – 7    84,00 €       122,00 €
7 – 8    90,00 €       130,00 €
Die Buchungszeiten 1-2 Stunden, sowie 2-3 Stunden werden nicht angeboten. Die Buchungszeit 3-4 Stunden werden nur für Kinder unter 3 Jahren angeboten.

Die Buchungszeiten sind verbindlich.

Wenn aus der Familie gleichzeitig zwei Kinder den Kindergarten besuchen, reduziert sich der Kostenbeitrag des zweiten Kindes auf 50%, wenn gleichzeitig drei Kinder den Kindergarten besuchen wird ein Nachlass von 75 % auf die dritt höchste Gebühr gewährt. D.h., die höchste Gebühr ist immer zu zahlen.
Kinder im letzten Jahr, vor der Schulpflicht, sind kostenfrei, bis 100,00 € Beitrag. Wird ein Kind vom Schulbesuch nochmals zurückgestellt, bezahlt es das folgende Jahr den normalen Kostenbeitrag, da es den Jahresfreibetrag bereits erhalten hat.
Sollte die zweite Gebühr durch den Elternbeitragszuschuss für das Vorschulkind 0,--€ betragen, geht die Geschwisterregelung ins „Leere“. Eine Verrechnung mit der höchsten zu zahlenden Gebühr ist nicht möglich.
Diese Regelung findet auch dann Anwendung, wenn die Kinder verschiedene Kindergärten in Krumbach besuchen. Die Gebührenermäßigung wird in diesem Fall am Ende am Ende des jeweiligen Kindergartenjahres auf schriftlichen Antrag von der Stadt Krumbach gewährt.
Ist ein Elternteil alleinerziehend, kann es bei geringem Einkommen, den Kindergartenbeitrag vom Jugendamt erhalten. (Bitte sprechen sie uns an.)
Die Kostenbeiträge werden von der Betriebsträgerschaft der Katholischen Kirchenstiftung von Ihrem Konto, automatisch abgebucht. Sie unterschreiben hierfür eine Einzugsermächtigung.
Zusätzlich werden monatlich 5,--€ Spielgeld automatisch abgebucht.
Zu Beginn des Kindergartenjahres sammeln wir 10,- € Portfoliogebühren ein.
Jeden ersten Freitag im Monat bereiten wir zusammen mit den Kindern ein gesundes Frühstück zu. Dafür sammeln wir einmal im Jahr 10,- € ein. Dieses Geld ist auch für die täglichen Getränke, wie Apfelsaftschorle, Kräuter- und Früchtetee.

5.6. Personelle Besetzung

Unser Kindergartenteam setzt sich zusammen aus Erzieherinnen, Heilerzieherin und Kinderpflegerinnen.
Die Betreuungsstunden richten sich nach den gesamten Buchungszeiten aller Kinder, d.h. von der Summe der Buchungszeiten werden die Arbeitszeiten der Fachkräfte ermittelt. 50% entfallen auf die Erzieherinnen und die Heilerzieherin und 50% entfallen auf die Kinderpflegerinnen.

5.7. Mittagessen in der Einrichtung, Schlaf- und Ruhezeit

Mittagessen: 12.00 Uhr – 12.45 Uhr

Nach dem Abschlusskreis in der Stammgruppe gehen alle Kinder, die zum Mittagessen angemeldet sind, um 12.00 Uhr, zusammen mit den Erziehungskräften zum Händewaschen, um anschließend im Bistro zusammen zu essen.
Die Kinder erhalten ein ausgewogenes, gesundes Mittagessen. Das Menü besteht aus Suppe, Hauptspeise, Nachspeise und Getränk.
Die Metzgerei Blösch, aus Niederraunau, liefert das Menü in Thermoboxen. Die Temperatur der Gerichte wird vom Erzieherpersonal gemessen, um die Bestimmungen des Gesundheitsamtes zu erfüllen.
Jedes Kind wird vor dem Befüllen des Tellers gefragt, was es von dem Menü essen möchte und wieviel es ausgeschöpft bekommen möchte. Wenn ein Kind eine Speise nicht essen will, muss es dies nicht tun. Kein Kind wird zum Essen gezwungen! Sollte das Kind noch Hunger haben, darf es sich selbständig nochmals ausschöpfen. Nachspeise gibt es für jedes Kind nur einmal.
Die Mittagskinder sollten aus pädagogischen Gründen kein eigenes Mittagessen mitbringen, außer es besteht beim Kind eine Allergie gegen bestimmte Lebensmittel. Wir vom Erzieherpersonal essen mit den Kindern das gleiche Menü, um ihnen ein Vorbild zu sein.

Sollte Ihr Kind einen oder mehrere Tage nicht in den Kindergarten kommen, melden Sie es bitte am Vortag ab, damit wir das Essen für dieses Kind rechtzeitig beim Lieferanten abbestellen können.

Der Unkostenbeitrag pro Mahlzeit beträgt 2,95 €. Der Betrag wird am Ende des Monats von der Gruppenleitung eingesammelt.

Bei Erkrankung des Kindes muss dies bis 8.00 Uhr bei der Gruppenleiterin gemeldet werden, damit wir das Essen für das Kind abbestellen können. Erfolgt die Benachrichtigung nicht pünktlich, muss das Essen bezahlt werden.
Schlaf- und Ruhezeit: 12.45 Uhr – 13.30 Uhr

Nach dem Mittagessen haben die Kinder die Möglichkeit im Turn- und Mehrzweckraum zu schlafen (nach Absprache mit den Eltern) oder mit dem Erziehungspersonal in das Lesezimmer zu gehen und etwas zur Ruhe zu kommen. Die Kinder können beim Vorlesen eines Buches zuhören, eine CD oder Kassette über Kopfhörer hören oder sie können auf den verschiedenen Ruhemöbeln entspannen.
Nach dem Beenden der Schlaf- und Ruhezeit wird mit den Kindern besprochen, in welchem Bereich sie spielen wollen, bis sie von den Eltern abgeholt werden.

6. Das Bild vom Kind

Wir sehen das Kind als einen kostbaren, positiven und kompetenten Menschen, der von Geburt an viele Fähigkeiten zu seiner Entwicklung in sich trägt. Der selbstbestimmt, selbsttätig und neugierig agiert, um seine Welt zu entdecken und zu begreifen. Sein Lerneifer, sein Wissensdurst und seine Lernfähigkeit sind enorm. Im Bildungsgeschehen und bei den Lernprozessen nimmt es eine aktive Gestalterrolle ein.
Jedes Kind unterscheidet sich durch seine Persönlichkeit und Individualität von anderen Kindern. Jedes Kind hat sein Temperament, seine Anlagen, seine Stärken, sein Entwicklungstempo und seine Bedingungen des Aufwachsens. Der Kulturkreis, in den es hineingeboren ist, dessen Werte und Normen, beeinflussen seine kindliche Entwicklung.

6.1. Das Grundbedürfnis des Kindes

Das Kind soll sich in unserem Kindergarten wohlfühlen, dazu müssen die Grundbedürfnisse gegeben sein. Das Kind soll spüren, dass es geliebt wird und dass es so angenommen wird, wie es ist. Es soll sich beschützt, sicher und geborgen fühlen. Es soll sich ernst genommen fühlen, es soll alle seine Gefühle äußern dürfen. Wir geben dem Kind Struktur, Regeln und Grenzen zu seiner Orientierung.

6.2. Sexualität

Das Kind soll eine positive Geschlechtsidentität entwickeln, um sich wohl zu fühlen. Wir unterstützen einen unbefangenen Umgang mit dem eigenen Körper und ein Bewusstsein für seine persönliche Intimsphäre. Bei Fragen zum Grundwissen der Sexualität antworten wir offen, kindgerecht und ehrlich. Wir thematisieren angenehme und unangenehme Gefühle und machen dem Kind bewusst auch NEIN sagen zu dürfen.

6.3. Die Rechte des Kindes

Jedes Kind hat das Recht auf bestmöglichste Bildung von Anfang an. Oberstes Ziel ist es, seine Persönlichkeit, seine Begabungen und seine geistig-körperlichen Fähigkeiten voll zur Entfaltung zu bringen.
Ebenso hat das Kind das Recht auf die Erhaltung seiner Gesundheit. Wir achten auf eine kindersichere Ausstattung im Innen- und Außenbereich. Wir lüften täglich die Räume in gebührendem Maße.
Die Eltern haben die Meldepflicht von ansteckenden Krankheiten. Kranke Kinder dürfen den Kindergarten nicht besuchen.
Wir vom Fachpersonal haben alle eine Unterweisung zur Hygiene im Landratsamt erhalten. Wir nehmen regelmäßig alle zwei Jahre an Schulungen zur, ersten Hilfe, teil.

6.4. Umgang mit individuellen Unterschieden

Wir begegnen allen Kindern in unserem Kindergarten mit Wertschätzung und Akzeptanz. Egal welche Herkunft, Kultur, Religion oder Entwicklungstempo sie haben. Unterschiede können eine bereichernde Lernsituation für die Kinder bieten. Wir stehen in der christlichen, sozialen Verantwortung Ausgrenzungen zu begegnen und allen Kindern faire und gemeinsame Lern- und Entwicklungschancen zu geben. Das bedeutet, dass deutsche Kinder, Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder mit erhöhtem Entwicklungsrisiko gemeinsame Bildung erhalten.
Kinder mit Migrationshintergrund, die keine oder geringe Deutschkenntnissen haben, deren beide Elternteile nichtdeutscher Herkunft sind, sollten im vorletzten Jahr vor der Einschulung, am Vorkurs „Deutsch“ in der Grundschule teilnehmen. Dies ist auch für deutsche Kinder, mit Sprachproblemen, möglich. Wir vom pädagogischen Fachpersonal werden Sie zu gegebener Zeit informieren.
Es gibt Kinder, die in ihrer Entwicklung auffällig, gefährdet oder beeinträchtigt sind. Dies sind Kinder mit besonderen Bedürfnissen, wie erhöhtes Entwicklungsrisiko, Kinder, die von Behinderung bedroht sind oder Risikokinder (Kinder aus Familien, deren Eltern psychisch erkrankt sind). Diese Kinder können integrativen Hilfen in Anspruch nehmen. Wir vermitteln Fachdienste und arbeiten mit ihnen eng zusammen.

6.5. Die Partizipation

Das Kind hat das Recht auf Mitsprache, Mitgestaltung und Mitentscheidung bei seiner Bildung. Sie gründet auf Partnerschaft und Dialog
Dieses Recht auf Partizipation ist durch die UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben.
Planungen und Entscheidungen über Angelegenheiten, die das eigene Leben und das der Gemeinschaft betreffen, können die Kinder selbstbestimmt und mitbestimmt gestalten. Wir ermöglichen den Kindern Eigenverantwortung zu übernehmen und eigene Aktivitäten selbst zu gestalten, soweit sich dies mit seinem Wohl und dem der Gemeinschaft vereinbaren lässt.
Kinderbeteiligung ist der Schlüssel zum Demokratieverständnis. Wir bieten den Kindern Kinderkonferenzen an, wo sie erleben, dass ihnen zugehört wird. Sie erleben, dass ihre Meinung wichtig ist. Sie entwickeln Mut sich zu äußern und haben Freude sich mitzuteilen. Die Sprachkompetenz wird erweitert.
Es finden demokratische Abstimmungen statt. Beim gemeinsamen Planen entstehen Konflikte, diese werden als Chance gesehen. Es werden gemeinsam Lösungen gesucht. Durch Mitsprache lernen Kinder Verantwortung zu übernehmen.

7. Die Bildungs- und Lernprozesse des Kindes

Das Team vom Kindergarten ist bestrebt die Entwicklung des Kindes und seine Bildung bestmöglich zu unterstützen. Wir helfen dem Kind seine Lernprozesse eigenbestimmt zu entwickeln und lassen es vielfältige Erfahrungen machen.
Wir gestalten die Lernumgebung so, dass sich das Kind unterstützt, geborgen und wohl fühlt.

Wir geben dem Kind Zeit und Hilfestellung, damit es menschliche Stärken entwickeln kann, wie positives Denken, Vertrauen, Selbstreflexion und soziale Kompetenzen. Kompetenzen sind Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sich durch Erfahrungen entwickeln. Dies macht das Kind belastbar und flexibel, um mit Veränderungen oder Belastungen zurecht zu kommen (Resilienz).

7.1. Der Übergang von der Familie in den Kindergarten - Eingewöhnungszeit

Der Start in den Kindergarten ist für Kinder und ihre Eltern ein großer Schritt. Die Eingewöhnungszeit betrifft die Kinder, Eltern, das Team und die Kindergartengruppe und den Kindergartenalltag.
Die Kinder müssen die Trennung von ihren wichtigsten Bezugspersonen verkraften und eine neue Beziehung zu einer fremden Person aufbauen. Die Eltern müssen die Balance finden, zwischen Loslassen und Vertrauen schenken.
Die Bezugsfachkraft muss sensibel und einfühlsam sein und sich mit der Familie abstimmen. Sie muss die Verhaltenssignale des Kindes erkennen und auf diese angemessen reagieren. Die Kleinen benötigen noch viel Körperkontakt und achtsamen Dialog.
In dieser Phase muss sich das Kind an einen neuen Zeitrhythmus und an einen neuen Tagesablauf gewöhnen, muss die neue Umgebung kennenlernen und sich darin versuchen zu orientieren.
Es muss neue Beziehungen aufbauen, zu den Kindern der Gruppe und den Fachkräften. Es ist konfrontiert mit seinen Wünschen und den Bedürfnissen der anderen, was manchmal zu Konflikten führt.

Die 2-3Jährigen befinden sich in einem Prozess der Emotionsentwicklung, sie handeln und spielen daher anders, als ältere Kinder und benötigen behutsame Unterstützung bei der Bewältigung des Kindergartenalltags.

Während dem Zeitraum von September bis ca. Ende Dezember, bleiben die Erzieherinnen der beiden Stammgruppen in ihren Räumen, um den Neulingen eine konstante Bezugsperson zu ermöglichen. Die Gruppenräume sind mit Türgittern versehen, die meist geschlossen sind, um den 2-3jährigen Kindern den Schutz und die Übersicht des Raumes zu gewährleisten.
In der Eingewöhnungsphase bleiben die Kinder während der Betreuungszeit in ihrer Stammgruppe. Ist die Eingewöhnung abgeschlossen, haben die Kinder die Möglichkeit während der geöffneten Freispielphase, auch in anderen Räumen zu spielen. Die 2-Jährigen bleiben nach Beendigung der Eingewöhnung weiterhin im „geschützten, überschaubaren Raum“ ihrer Stammgruppe. Ab dem 3. Geburtstag wird individuell entschieden, ob das Kind während der geöffneten Freispielphase, die Stammgruppe verlassen kann.

7.1.1. Das „Ich“- Buch

Das ist ein kleines Fotoalbum mit Fotos des Kindes, der Familienmitglieder, der Haustiere, Haus und Garten und Dingen, die dem Kind wichtig sind. Wenn das Kind in der Eingewöhnungsphase Heimweh hat, kann die pädagogische Bezugsperson das Büchlein mit dem Kind anschauen und ein tröstendes Gespräch führen. Das erleichtert oft den Eingewöhnungsprozess des Kindes. (Siehe „Rahmenbedingungen in der Eingewöhnung“)

7.2. Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule

Im letzten Kindergartenjahr geben wir den Kindern spielerische Übungseinheiten zur mathematischen und schriftsprachlichen Bildung. Wir stehen in enger Verbindung mit der Grundschule Krumbach und bieten den Vorschulkindern die Beteiligung an zwei Schulstunden an. Ein- bis zweimal im Jahr treffen wir uns mit den Kooperationspartnern der Grundschule zu einem Informationsaustauch.
In Kooperation mit der Polizei, Krumbach, erfolgt die Verkehrserziehung und ein Training des Schulweges.

8. Methoden unserer pädagogischen Arbeit

8.1. Das offene Konzept

Das offene Konzept ist eine Bildungspraxis, die die Beteiligung der Kinder und die Arbeit in Projekten in den Mittelpunkt stellt und dabei alle Kompetenz- und Bildungsbereiche anspricht. Es findet ganzheitliches, spielerisches Lernen statt.
Bei diesem Konzept hat weiterhin jedes Kind seinen festen Platz in seiner Stammgruppe. Dort trifft sich die Gruppe täglich zum gemeinsamen Morgenkreis und zum Abschlusskreis am Mittag. Während der Brotzeit sind die Kinder der Stammgruppe ebenfalls zusammen.
In der geöffneten Freispielphase finden weitere pädagogische Angebote in den jeweiligen Funktionsräumen statt. Die Kinder entscheiden selbst, in welchen Funktionsräumen sie aktiv werden wollen, bzw. an welchen täglichen Angeboten oder gruppenübergreifenden Projekten sie teilhaben wollen. Sie lernen vielfältige Bildungsangebote, bzw. Spiel- und Lernmöglichkeiten kennen. Das ist ein wesentlicher Teil der Bildungs- und Erziehungsarbeit in unserer Einrichtung.
Die Kinder kommen hier mit unterschiedlichen Kindern aller Altersgruppen und mit verschiedenen Erwachsenen in Kontakt. Dies fördert in hohem Masse die sozialen Kompetenzen, wie Empathie (Einfühlungsvermögen), Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit. Sie lernen Konfliktlösungstechniken zu entwickeln.
Wir fördern damit das Selbstbestimmungsrecht, Entscheidungsfähigkeit, Selbsttätigkeit und Selbständigkeit des Kindes und geben ihm die nötige Zeit.
Ab Januar wird das Personal, während den Gruppenöffnungen im Freispiel, nach dem Rotationsprinzip arbeiten. Das bedeutet, dass alle Mitarbeiterinnen im Laufe des Kindergartenjahres jeden Funktionsraum betreuen und somit mit allen Kindern in Kontakt kommen.

8.2. Projektarbeit

Projektarbeit bedeutet, „neugierig und offen sein“ – dies gilt für die Kinder, als auch für die begleitenden Erwachsenen. Wir bieten den Kindern gruppeninterne oder auch gruppenübergreifende Projekte an. An einem Projekt muss nicht die ganze Gruppe teilnehmen, es kann auch nur eine Kleingruppe daran beteiligt sein. Wer das Projekt vorzeitig verlassen will, kann dies tun.
Die Themen orientieren sich an den Interessen und Fragen der Kinder, sie ergeben sich spontan aus einer Situation oder sie gehen von der Jahreszeitenplanung des Erzieherpersonales aus. Die Kinder sind begeistert von Projekten, wenn die Themen lebensnah sind und die Kinder schon teilweise damit Erfahrungen gemacht haben.

Ist ein Projektthema gefunden wird ein Projektplan mit den Kindern erstellt. Das Projekt wird vorbereitet, indem die pädagogische Fachkraft Bücher und Materialien auslegt. Das Projekt wird von den Kindern ausgeführt. Ist das Ergebnis erreicht oder haben die Kinder kein Interesse mehr, wird das Projekt beendet. Das Ergebnis wird durch eine Präsentation für Kinder und Eltern transparent. (Plakatwände, Fotos, Bilder, angefertigte Plastiken oder Handarbeiten).
Die Aufgabe des Fachpersonales ist es, die Kinder dabei zu begleiten und sich im Hintergrund zu halten. Die Erzieherin regt Reflexionsfragen an, plant mit den Kindern den nächsten Schritt, setzt bei Bedarf Impulse. Sie lässt die Kinder ihre Erfahrungen machen und mischt sich nicht belehrend ein, gibt nichts vor.
„Der Prozess der Entwicklung zum Ergebnis hin ist wichtiger, als das Ergebnis selbst!“
Ein Projekt kann bestehen aus Experimenten, Rollenspiel, Mal- und Bastelaktivitäten, Bau- und Konstruktionstätigkeiten, Bewegungsaktionen, usw. Gäste mit Fachkompetenzen werden eingeladen, Ausflüge und Besichtigungen werden gemacht.
Somit dringen die Kinder intensiv in eine Thematik ein, mit all ihren Sinnen und ihren Fähigkeiten. Sie bilden sich selbst, handeln selbstbestimmt und selbsttätig. Sie haben große Freude an ihrem tun.
Sie erwerben ganzheitliche Basiskompetenzen, wie personale Kompetenz (Selbstwahrnehmung, Kognition), Lernkompetenz durch Erfahrungslernen und soziale Kompetenz. Sie erwerben Handlungsorientierung, Wissen, Einsicht in Ursache und Wirkung. Sie entwickeln Problemlösungen und Durchhaltevermögen, sie erleben Methodenvielfalt.
Sie erwerben kompetenten Umgang mit Veränderungen und Belastungen (Resilienz).

8.3. Die Räume des Hauses als Medien der Bildung

Der Kindergarten hat zwei Stammgruppenräume zur Orientierung der Zugehörigkeit einer Kindergruppe und dessen Erzieher.
Der Gruppenraum gibt allen Kindern Geborgenheit und Sicherheit. Die Räume des Kindergartens sind sowohl Gruppenräume und Funktionsräume zugleich. Sie bieten vielfältige Aktivitätsmöglichkeiten, sie sind Spiel-, Lern- und Lebensraum.
Die Räumlichkeiten entsprechen den vielfältigsten Interessen und Bedürfnissen der einzelnen Kinder. Sie regen Phantasie und Bewegung der Kinder an, sie sind für Entdecker, Forscher, Baumeister und Künstler. Die Räumlichkeiten regen die Wahrnehmung an, fördern Eigenaktivitäten, Experimentierfreude und Kommunikation. Sie geben Anreize zum persönlichen, aktiven Handeln, sowie zum gemeinsamen Tun an. Alle Sinne des Kindes werden angesprochen.
Die Kinder erwerben in den Funktionsräumen vielfältige Kompetenzen, machen eigenständige Erfahrungen und organisieren ihre Lernprozesse selbst. Die 3-6Jährigen haben Zutritt zu allen Räumlichkeiten des Hauses.
Die pädagogische Fachkraft ist begleitend dabei, unterstützt das selbständige Tun des einzelnen Kindes, bzw. der Kindergruppe und setzt bei Bedarf Impulse.
Die Regeln für die jeweiligen Aktionsräume werden zusammen mit den Kindern erarbeitet (Partizipation) und auf deren Einhaltung wird gemeinsam geachtet.
Die Wände der Räume werden zur Selbstdarstellung der kindereigenen Aktionen genutzt.

8.3.1. Tigergruppe mit Rollenspiel, Bauen/Konstruieren und Kleinkinderspielecke

Dies ist der Gruppenraum aller Tigerkinder, wo der tägliche Morgenkreis stattfindet und wo sich die Kinder am Mittag wieder zusammenfinden, zum Abschlusskreis.
Für das Rollenspiel bieten wir eine vorbereitete Umgebung mit Spielburg, Puppenecke und einigen Kostümen und Requisiten.
Im Rollenspiel machen die Kinder wichtige Erfahrungen. Durch das Nachspielen von Alltagssituationen und Handlungsabläufen formt sich das Verstehen der Erwachsenenwelt. Sie erlangen Verständnis für andere Personen und ihre Verhaltensweisen. Improvisation, Vorstellungsvermögen, Kreativität und Phantasie werden gefördert.
Die Entwicklung sozialer Fähigkeiten kann sich entfalten. Sie lernen Gefühle und Wünsche anderer wahrzunehmen und üben auf diese Weise Rücksicht und Einfühlungsvermögen. Die Kinder erkennen, dass Regeln notwendig sind. Ebenso kann es im Spiel eigene Gefühle zeigen, Ideen einbringen, Wünsche äußern und Kompromisse schließen. Es tritt in den Dialog mit anderen Kindern. Ihre Sprachkompetenz wird gefördert.

Für Bauen/Konstruieren gibt es Bauteppiche mit vielfältigen Materialien.
Das Bauen und Konstruieren bietet den großen und den kleinen Kindern einen großen Anreiz und ist ein grundlegender Bestandteil des kindlichen Spieles. Sie beschäftigen sich mit der Welt und ihren physikalischen Gesetzmäßigkeiten, wie Konstruktion, Bautechnik und Statik.
Sie verbinden das Bauen mit dem Phantasiespiel und treten in den Dialog mit anderen Kindern. Sie lernen miteinander zu kooperieren. Gefördert werden dabei soziale Kompetenz, Fein- und Grobmotorik, Konzentration, Kreativität und Phantasie.
Erzieherinnen sind als Bezugsperson, als Entwicklungs- und Lernbegleiterinnen tätig, um Lernprozesse, sowie Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung anzuregen. Erzieherinnen geben Impulse, damit die Kinder ihre Lernprozesse entwickeln können.

8.3.2. Bärengruppe mit Forscherecke, mit Kreativbereich - Malen/Basteln und Kleinkinderspielecke

Dies ist die Stammgruppe aller Bärenkinder, wo der tägliche Morgenkreis stattfindet und wo wir uns am Mittag wieder zusammenfinden, zum gemeinsamen Abschlusskreis.
Wir bieten zusätzlich allen Kindern eine vorbereitete Umgebung mit vielfältigen Materialien und Gestaltungsmöglichkeiten an.

Die Forscherecke ermöglicht Kindern, je nach Entwicklungsstand, Grundwissen zu erwerben, durch ganzheitliches Lernen in Bereichen aus der Mathematik, Technik, Sprache, Schrift, Forschen und Experimentieren. Das Kind erlebt Zusammenhänge. Dazu gibt es vielfältiges Material, das immer wieder ergänzt und durch neues Material ausgetauscht wird. Wir schaffen Voraussetzungen für kreative und lebendige Bildungsprozesse.

Die Kleinkinderspielecke ist für Kleinkinder ab 2 Jahren. Sie haben einen eigenen, vorbereiteten Spielbereich, denn die Kleinen haben ein anderes Spielverhalten und benötigen andere Materialien als die größeren Kinder.

Beim Malen und Basteln werden die Kinder angeregt ihr kreatives, künstlerisches Potenzial zu entfalten. Durch vielseitige, materielle Anreize lernt das Kind spielerisch-kreativ mit seiner Phantasie umzugehen.

Der Weg führt bei Kindern vom spielerischen Umgang mit alltäglich auffindbaren Materialien, Papier und Farben, über das Experimentieren, zum schöpferischen Tun. Daraus entwickelt das Kind Kompetenzen, wie Vorstellungskraft, Ausdrucksfähigkeit, Kreativität und Phantasie.
Der Kreativbereich Malen/Basteln ist für Kinder jeden Alters zugänglich.
Die pädagogischen Fachkräfte sind als Bezugspersonen, als Entwicklungs- und Lernbegleiterinnen tätig, um Lernprozesse, sowie Kompetenzentwicklung und Persönlichkeitsentwicklung anzuregen. Erzieherinnen geben Impulse, damit die Kinder ihre Lernprozesse entwickeln können.
Der Arbeitsprozess des Kindes wird vom pädagogischen Fachpersonal beobachtet, dokumentiert (Portfolio) und begleitet.

8.3.3. Mehrzweckraum – Turnzimmer / Schlafraum mit Umkleideraum Turnzimmer

Hier erhält das Kind die Möglichkeit seinen natürlichen Bewegungsdrang auszuleben. Bewegung ist für die Gesundheit des Kindes unerlässlich.
Wir bieten den Kindern offene Bewegungsangebote im Freispiel. Die Kinder erwartet eine vorbereitete Umgebung, die zum Experimentieren mit verschiedenen Sportgeräten und Materialien anregt. Einmal wöchentlich, für jede Gruppe, finden angeleitete Turn- und Yogastunden statt.
Beim Turnen werden vielfältige Körpererfahrungen gemacht, körperliche Belastbarkeit und Geschicklichkeit ausgebildet, die Muskulatur des Bewegungsapparates wird gestärkt. Die Bewegung fördert das positive Körperbewusstsein, entwickelt die Wahrnehmung, sowie die kognitive- und die soziale Entwicklung. Die Kinder gewinnen die Einsicht, dass Regeln notwendig sind, ebenso Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme. Sie lernen Risiken realistisch einzuschätzen und gewinnen Selbstvertrauen.

An einem Tag der Woche, findet für jede Stammgruppe, im 14-tägigen Wechsel, entweder eine Turnstunde oder eine Yogastunde statt. Die Gruppe wird in drei Kleingruppen aufgeteilt, um sich intensiv den einzelnen Kindern widmen zu können.
Yoga beinhaltet Rituale, Bewegung und Entspannung. Verbessert die Körperhaltung, führt zu körperlicher Fitness und zur besseren Durchblutung der inneren Organe. Yoga ist eine wichtige Komponente bei der Stressbewältigung und dadurch ein wichtiger Aspekt zur Erhaltung der Gesundheit des Kindes.
Schlafraum

Nach dem Mittagessen haben die Kinder die Möglichkeit im Mehrzweckraum zu schlafen oder zu ruhen. Jedes Kind erhält eine eigene Matratze, Leintuch, Kopfkissen und Zudecke. Leise Musik wird abgespielt, um den Kindern die Einschlaf-, bzw. Ruhephase zu erleichtern
Der Raum wird leicht abgedunkelt. Die Schlaf- und Ruhezeit wird mit den Eltern abgesprochen.

8.3.4. Lesezimmer / Entspannungsraum

Hier haben die Kinder die Möglichkeit sich mit Literatur vertraut zu machen. Das Kinderbücherregal enthält Geschichten- und Bilderbücher, eine Kinderbibel, Sach- und Tierbücher, Märchen.
Den Kindern wird aus den Büchern vorgelesen oder sie können diese selbständig betrachten. Sie können sich hier auch zur Entspannung zurückziehen. Die Beschäftigung mit Büchern sind Kernelemente der „Literacy“-Erziehung.
Es werden Kompetenzen erworben, die wesentlich zur Sprachentwicklung beitragen, das Kind erwirbt Freude am Sprechen und am Dialog. Es lernt aktiv zuzuhören, seine Gedanken und Gefühle sprachlich mitzuteilen. Konzentration und Phantasie werden gefördert. Das Kind entwickelt Textverständnis für spätere Lesefreude und -kompetenz. Es entsteht Interesse an Schreiben und Schrift.
Im Lesezimmer halten sich, nach dem Mittagsessen, die Kinder auf, die nicht schlafen. Die Kinder können sich entspannen, mit Büchern oder Hörspielen, Märchen, Liedern oder ruhiger Musik, über Kopfhörer. Sie werden dabei von einer Erzieherin betreut.

8.3.5. Küche mit Vorratsraum

Die Küche ist der Bereich, wo unter Mitwirken der Kinder gesunde, vollwertige Speisen für das einmal monatliche „gesunde Frühstück“ zubereitet werden. Ebenso entstehen hier Gebäck und Speisen für Traditionen und Feste während des Jahres.
Jeden 1. Freitag im Monat bereiten wir für alle Kinder ein gesundes Frühstück zu. Die Kinder sind sehr interessiert an der gemeinsamen Speiseplanung. Die Speisenauswahl wird durch eine demokratische Entscheidung (Partizipation) der Kinder ermittelt. Großes Interesse und Freude haben die Kinder beim gemeinsamen Zubereiten, Kochen und Backen von Speisen mit frischen, gesunden Zutaten. Durch die moderne, kindgerechte Küche haben die Kinder die Möglichkeit, auf kleine Podeste zu steigen und den Kochvorgang zu beobachten.
In der Küche ergeben sich weitere Lernfelder: Erlernen der Schneidetechnik, selbständiges Bestreichen von Broten, Kennenlernen und Handhabung verschiedener Küchengeräte und Küchenutensilien, Wahrnehmung der Gefahren beim Hantieren mit diesen, Unfallschutz.

8.3.6. Bistro

In der angenehmen Atmosphäre des Bistros sitzen die Kinder an einem liebevoll gedeckten Tisch, um ihr Frühstück, bzw. ihr Mittagessen einzunehmen. Die Kinder erhalten die Möglichkeit ihre Tischgemeinschaft selbst zu wählen und in der Gemeinschaft der Stammgruppe und den Erziehern zusammen zu essen. Sie erlernen unsere abendländische Tisch- und Esskultur kennen. Es werden alle Mahlzeiten gemeinsam eingenommen, um den sozialen Aspekt des Gemeinschaftserlebnisses zu stärken. Gemeinsame Mahlzeiten sind ein kulturelles, soziales Erleben mit Familienstruktur. Dies ist ein wichtiger Lern- und Erfahrungsbereich. Das Essen bekommt dadurch einen höheren Stellenwert. Die Kinder essen in ihrem eigenen Tempo und nur so viel, wie sie wollen. Dadurch lernen sie ihr Sättigungsgefühl selbst richtig einzuschätzen und zu regulieren.
Täglich werden während der gesamten Betreuungszeit gesunde Getränke angeboten, wie Wasser, Apfelsaftschorle, leicht gesüßte Kräuter- oder Früchtetees. Wir achten darauf, dass alle Kinder während der Betreuungszeit ein Getränk zu sich nehmen. Um die täglichen Getränke und das 1x monatliche Frühstück finanzieren zu können, kassieren wir 10,--€ im Jahr.

Der Kindergarten wird vom Freistaat Bayern, kostenlos, einmal pro Woche, mit frischem Obst und Gemüse, sowie mit gesunden Milchprodukten beliefert. Wir bieten den Kindern am Vormittag einen Obst- und Gemüserohkostteller an.
Wir beteiligen uns schon seit Jahren an dem Gesundheitsprogramm „Tigerkids“. Das Programm enthält Aufklärung der Kinder und Eltern über gesunde, vollwertige Ernährung.
Wir bitten Sie unsere Bemühungen, um gesunde, vollwertige Ernährung zu unterstützen und den Kindern keine Weißmehlprodukte und Limo mit in den Kindergarten zu geben. Das Kinderprodukt „Milchschnitte“ und Süßigkeiten dürfen in den Kindergarten nicht mitgebracht werden.

8.3.7. Bad mit Toiletten, Handwaschbecken und Wickeltisch

Eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit des Kindes ist die Körperpflege. Die Kinder erwerben durch eigenes Tun zunehmend Kompetenzen beim Toilettengang, beim Händewaschen und beim Kleidungswechsel. Die Erfahrung der eigenen Körperlichkeit und der zunehmenden Eigenständigkeit fördern ein positives Selbstbild des Kindes. Wir Erzieher unterstützen die Kinder dabei Schritt für Schritt selbständig zu werden.
Die Kinder, die eine Windel tragen, werden individuell gewickelt. Wenn in der Familie die Sauberkeitserziehung des Kleinkindes begonnen hat, unterstützen wir dieses Bemühen ebenso im Kindergarten. Wir haben für die Kinder im Krippenalter eine besonders kleine Toilette.

8.4. Der Außenbereich als Medium der Bildung

Der Außenbereich des Kindergartens besteht aus einer kleinen, gepflasterten Fläche. Hier stehen den Kindern verschiedene Fahrzeuge zur Verfügung (keine Fahrräder). Kinder, die mit dem Fahrrad in den Kindergarten kommen, können diese im Hof abstellen. Die Kinder dürfen mit den Rädern im Kindergarten nicht fahren, da die befahrbare Fläche sehr beengt ist und den Kleinkinderfahrzeugen vorbehalten ist.
Der Garten besteht aus Rasenflächen, gestaltet mit einem Hügel, Büschen und Bäumen. Der Rasen ist Spielfläche, mit Schaukeln, Wippe, Turnstangen und Spielhaus. Im Garten ist eine große Sandfläche mit Spielburg, Kletterwand und Rutsche.
Zudem haben wir einen eigenen Hausgarten (bei Konzepterstellung noch in Planung) . Durch das Bepflanzen des Hochbeetes kommen die Kinder in Kontakt mit dem Agrarökosystem. Der Hausgarten lädt ein, gesundes, frisches Obst, Gemüse, Kräuter und Heilpflanzen kennenzulernen. Gesunde Ernährung gewinnt an Bedeutung.
Die Kinder können Nützlinge im Lebensraum Garten entdecken, beobachten und erkennen. Sie erfahren deren Bedeutung für den Pflanzenschutz.
Eine Auswahl von verschiedenen Blumen und Sträuchern geben Möglichkeiten zur Beobachtung und Wissenserweiterung der Kinder.
Der Hausgarten ist ein besonderer Ort, er lädt zum Tun, Forschen, Lernen, Lachen und Leben ein.

9. Weitere Räume des Kindergartens

Warteraum für Eltern

Die Eltern haben die Möglichkeit den Aufenthaltsraum während der Eingewöhnungsphase Ihres Kindes zu nutzen, um dort zu warten, bis Ihr Kind Sie nicht mehr benötigt.
In diesem Zimmer können sie sich aufhalten, nach der Bringzeit. Ebenso vor und nach der Abholzeit, wenn das Kind sich noch im Mittagsabschlusskreis befindet.
Im Aufenthaltsraum können Sie ungestört mit Therapeuten oder anderen Eltern ein Gespräch führen, während Ihre Kinder am Gruppengeschehen teilnehmen.
Es befindet sich in diesem Raum eine kleine Elternbibliothek mit Fachbüchern und Zeitschriften. Diese können von Ihnen ausgeliehen werden.

Büro der Kindergartenleitung

Dieser Raum ist der Arbeitsbereich der Kindergartenleitung für organisatorische Tätigkeiten. Hier finden auch Elterngespräche statt.

Personaltoilette

Diese Toilette darf nur vom Personal benutzt werden (Anweisung des Gesundheitsamtes).

Behinderten- und Gästetoilette

Diese Toilette können Eltern und Gäste benutzen.

Kellerraum als Material- und Lagerraum


In diesem Raum befinden sich Regale mit Material für den Kindergartenbedarf.

10. Dokumentation des Entwicklungsverlaufes des Kindes

Um den Entwicklungsverlauf des Kindes zu dokumentieren haben wir die Methode des Portfolio-Ordners gewählt.
Der Portfolio-Ordner erzählt von den positiven Fähigkeiten Ihres Kind , bzw. was Ihr Kind schon alles kann und was es im Kindergarten gelernt und erlebt hat. Dadurch werden die verschiedenen Kompetenzen Ihres Kindes und deren Weiterentwicklung, für Sie als Eltern und für uns Erzieher, sichtbar. Das Kind hat die Möglichkeit sich aus seinem Portfolio-Ordner von uns oder von Ihnen vorlesen zu lassen. Es macht den Kindern Freude und gibt ihnen Selbstvertrauen, wenn sie von ihren positiven Erlebnissen, Erfahrungen und ihren erworbenen Fähigkeiten hören und die Fotos, bzw. Bilder anschauen. Der Ordner kann freitags mit nachhause genommen werden und muss montags wieder mitgebracht werden. Der Ordner fungiert als Brücke zwischen Kindergarten und Zuhause.
Einträge in den Portfolio-Ordner werden überwiegend durch unser Team getätigt, können aber auch gerne von Ihnen als Eltern oder vom Kind selbst angefertigt werden. Da wir das Kind in seinem Selbstbewusstsein stärken wollen, stehen hier nur positive Erlebnisse. Dies bitten wir sie als Eltern zu berücksichtigen, wenn Sie einen Eintrag im Ordner machen. Es wird ein wahres „Schatzbuch“ vom Kind werden, über den Zeitraum vom ersten bis zum letzten Kindergartenjahr (siehe Elterninfo – Portfolio-Ordner).

Eine weitere Methode der Entwicklungsdokumentation fordert die Regierung des Freistaates von Bayern:
Seldak - Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachig aufwachsenden Kindern
Perik - Positive Entwicklung und Resilenz im Kindergartenalltag
Sismik - Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in
Kindertageseinrichtungen
Bei spontanen Kontrollen von Regierungsseite müssen die Dokumentationen vorgelegt werden, dürfen aber von den Kontrollpersonen nicht eingesehen werden (Datenschutz). Sollten wir die Berichtsordner nicht vorlegen können, würde die Bezuschussung für unseren Kindergarten entfallen.

11. Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern

Dies ist eine Kooperation mit Eltern und dem pädagogischen Fachpersonal, das von gegenseitigem Respekt und Vertrauen geprägt sein sollte.
Wir bieten den Eltern von neuen Kindern, vor Eintritt der Kinder in den Kindergarten, einen Elternnachmittag zur allgemeinen Information und zum Kennenlernen untereinander an.
Während des Kindergartenjahres finden 3-4 Elternabende statt, zur allgemeinen Information, zum Kennenlernen untereinander, zu Fachthemen die die Eltern sich wünschen, zu religiösen Themen, zur Wahl des Elternbeirates.
Der Elternbeirat versteht sich als Vermittler zwischen Eltern und pädagogischem Fachpersonal. Es finden regelmäßige Treffen mit dem Elternbeirat statt. Zusätzlich finden auch interne Elternbeiratssitzungen, ohne das Fachpersonal, statt.
Bei Interesse veranstalten wir Eltern/Kind Aktionen und gemeinsame Ausflüge. Jedes Jahr feiern wir ein großes Abschlussfest und verabschieden dabei unsere Vorschulkinder.
Einmal im Jahr laden wir alle Eltern zum Entwicklungsgespräch über das Kind ein. Bei Bedarf können die Eltern mit dem pädagogischen Fachpersonal zusätzliche Gesprächstermine vereinbaren.
Die Eltern von neuen Kindern werden, nach abgeschlossener Eingewöhnung, nach ca. 8 Wochen, vom Bezugserzieher zu einem kurzen Gespräch eingeladen um die Eingewöhnungsphase zu Reflektieren.

12. Teamarbeit

Dieses offene Konzept erfordert von allen Mitarbeitern intensiven Austausch, Reflexion und Planung. Die Teambesprechungen finden regelmäßig statt. Wir tauschen uns aus über das Gruppengeschehen in den Stammgruppen und in den Funktionsräumen, wir führen Entwicklungsgespräche über die einzelnen Kinder und schreiben Entwicklungsberichte. Wir treffen Absprachen, um in beiden Stammgruppen eine ähnliche Jahreszeitenplanung und Morgenkreisgestaltung anzubieten, wie Lieder, Fingerspiele, Sachthemen, Aktionen, Projekte und vieles mehr. Wir treffen Terminabsprachen, Festvorbereitungen, Neuanschaffungen, geben Informationen weiter, reflektieren Elterngespräche.

13. Qualitätssicherung

Die Anforderungen der Elementarbildung und Kindertagesbetreuung unterliegen einem fortlaufenden Wandel. Wir versuchen unsere Arbeit transparent zu machen, indem alle interessierten Eltern die Möglichkeit haben unser Konzept einzusehen; in der kleinen Elternbibliothek oder im Internet. Unser Konzept wird alle zwei Jahre von uns überprüft und aktualisiert.
Jährlich findet eine Elternbefragung statt. Die Eltern können die Befragung online ausfüllen.
Die Leitung des Kindergartens besucht die ca. vierteljährlichen Leiterinnenbesprechungen des Caritasverbandes des Bistums Augsburg, Leitung Mechthild Teuber, Fachberatung der Kindertagesstätten.
Das gesamte pädagogische Fachpersonal nimmt jedes Jahr mehrmals an Fort- und Weiterbildungen teil. Angeboten werden diese vom Caritasverband und vom Landratsamt Günzburg.
Wir sehen die pädagogische Qualität in unserem Kindergarten dann als gegeben, wenn wir erreichen, dass diese die Kinder körperlich, emotional, sozial und intellektuell fördert, ihrem Wohlbefinden sowie ihrer gegenwärtigen und zukünftigen Bildung dient und damit auch die Familien in ihrer Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsaufgabe unterstützt.

15. Quellennachweis

Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan
für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung
Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und
Sozialordnung, Familie und Frauen
Staatsinstitut für Frühpädagogik München
2012 Cornelsen Schulverlag GmbH, Berlin
6. Auflage 2013


Lernen in der Lernwerkstatt
Kindergarten heute
Praxis kompakt
Themenheft für den pädagogischen Alltag
Monika Schaarschmidt
Verlag Herder GmbH Freiburg
3. Auflage


Kinder bis drei Jahre in Krippe und Kita
Kindergarten heute
Praxis kompakt
Anregungen Handlungsimpulse
Dorothee Gutknecht/Maren Kramer/Kira Daldrop
Verlag Herder GmbH Freiburg
2017


Schulen der Phantasie
Lernen braucht Kreativität
Marielle Seitz/Rudolf Seitz
Klett/Kallmeyer Verlag GmbH Seelze
1.Auflage 2012


Portfolio
Kindergarten heute
Praxis kompakt


Kita-Räume pädagogisch gestalten
Den Raum als Erzieher nutzen
Matthias Wilk/Christina Jasmund
2015 Beltz Verlag


Leitfaden zur Erstellung eines Schutzkonzeptes in kath. Einrichtungen der Diözese Augsburg
Referat Kindertageseinrichtungen
Caritasverband für die Diözese Augsburg e.V. Augsburg 2016 20